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VEA: Netznutzungsentgelte steigen weiter

In einer aktuellen Untersuchung hat der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) eine erneute Steigerung der Netznutzungsentgelte festgestellt. Seine Bilanz: Ohne wirksame Aufsicht steigen die Transportkosten für Strom unaufhörlich. Daher sei es überfällig, dass die Bundesnetzagentur endlich ihre Arbeit aufnimmt.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Die Kosten für die Durchleitung von Strom in deutschen Netzen sind auch in diesem Jahr weiter gestiegen: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres erhöhten sie sich um 0,3 Prozent auf 2,94 Cent pro Kilowattstunde, hat der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) in seinem aktuellen Preisvergleich festgestellt.

In der umfangreichen Studie hat der VEA die aktuellen Netznutzungsentgelte von 858 Netzbetreibern in Deutschland erfasst. "Es scheint eine Art Naturgesetz zu sein: Ohne wirksame Aufsichtsbehörde steigen die Transportkosten für Strom unaufhörlich", lautet die Einschätzung von Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA. "Zwar gibt es jetzt die Bundesnetzagentur, aber offensichtlich haben einige Netzbetreiber noch vor dem Inkrafttreten des neuen Energiewirtschaftsgesetzes Preiserhöhungen durchgesetzt."

Der Verband monierte zudem, dass nach wie vor sei bei einer Reihe von Netzbetreibern ein diskriminierungsfreier Zugang Dritter nicht gewährleistet und die Netznutzungsentgelte noch immer überhöht seien. "Gerade in der jetzigen schwierigen wirtschaftlichen Situation kann die deutsche Industrie keine weiteren Wettbewerbsnachteile verkraften", kommentierte Stuke. "Es ist überfällig, dass die Bundesnetzagentur gegen den Missbrauch des natürlichen Monopols Netz vorgeht".

Weiteres Ergebnis des VEA-Preisvergleichs sind die signifikanten regionalen Unterschiede: Immer noch sind die Durchleitungskosten im Norden und insbesondere im Osten deutlich höher als im Süden und im Westen. Im Einzelfall gibt es Preisunterschiede von mehr als 150 Prozent zwischen den einzelnen Netzbetreibern. Bei den zehn teuersten Netzbetreibern müssen Unternehmen mit einem mittelspannungsseitigen Netzzugang durchschnittlich 4,18 Cent pro Kilowattstunde für die Durchleitung zahlen, während dieselbe Leistung bei den zehn günstigsten Netzversorgern lediglich 2,20 Cent pro Kilowattstunde kostet. "Nachvollziehbare Gründe für diese gravierenden Preisunterschiede gibt es nicht. Da kommt eine Menge Arbeit auf den Regulierer zu, damit die Abschottung des Marktes schnellstens beseitigt wird", stellte Stuke fest.