Studie

VEA: Netznutzungsentgelte bei Strom sinken

Die Durchleitungsentgelte in Deutschland beginnen deutlich zu fallen. Das ist das Ergebnis des aktuellen Netzentgeltver­gleiches des Bundesverbandes der Energie-Abnehmer (VEA), der dies als erste Erfolge der Regulierungsbehörden wertete. Der Verband fordert daher die zügige Schaffung von weiteren Kontrollmechanismen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Hannover (red) - Die rund 850 Netzbetreiber umfassende Studie belegt die Effektivität des gesetzlich vorgeschriebenen Genehmigungsverfahrens für Stromdurchleitungskosten, so der VEA. "Durch die Bescheide der Bundesnetzagentur sowie der Landesregulierungsbehörden sind die Netzentgelte im letzten halben Jahr bei Mittelspannungskunden durch­schnittlich um rund 0,1 Cent pro Kilowattstunde oder 3,2 Prozent zurück­gegangen. Die Preissenkung bei Niederspannungskunden beträgt 0,4 Cent pro Kilowattstunde oder 7,1 Prozent", berichtet Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA. "Die Entlastungen könn­ten noch viel deutlicher ausfallen, wenn bereits alle Netz­entgelte geprüft worden wären."

Die Preissenkungen bei den von den zuständigen Regulie­rungsbehörden bereits genehmigten Entgelten lagen dabei deutlich über dem Durchschnitt. Die Verbilligung der bisher 382 überprüften Mittelspannungspreisregelungen beträgt durchschnittlich 6,7 Prozent; bei den 390 genehmigten Nie­derspannungspreisen 13,2 Prozent. Die mittlere Preisände­rung der bisher nicht genehmigten Netzentgelte fällt mit weniger als 0,1 Prozent deutlich geringer aus.

Preisunterschiede von fast 200 Prozent zwischen einzelnen Versorgern ließen sich nur durch den weiterhin fehlenden Wettbewerb und Marktversagen erklären, erläutert Stuke. Noch immer würden viele Energieunternehmen mit "über­höhten Netzentgelten den Wettbewerb in ihren Versorgungsgebieten massiv behindern". Hier sei die Politik gefor­dert. Insbesondere in den neuen Bundesländern hätte die deutsche Wirtschaft mit Standortnachteilen aufgrund über­höhter Kosten zu kämpfen. "Preisanpassungen von mehr als 40 Prozent bei einzelnen Netzbetreibern sind ein Indiz dafür, dass viele Netzbetreiber ihre Monopolstellung in der Vergangenheit ausgenutzt haben, um den Wettbewerb aus­zuschalten. Umso wichtiger ist eine schnellstmögliche Kon­trolle der übrigen Versorger", so der Energieexperte.

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