Aktueller Strompreisvergleich

VEA: Mittelstand zahlt 18 Prozent mehr für Strom

Der aktuelle VEA-Strompreisvergleich untersucht 50 Netzgebiete, in denen etwa zwei Drittel des deutschen Stromverbrauchs anfallen. Die günstigsten Netzgebiete sind derzeit: EWR Worms, HEAG Darmstadt und SÜWAG mit dem Versorgungsgebiet KAWAG. Die teuersten Versorger sind TEAG, Avacon (Sachsen-Anhalt), enviaM (Versorgungsgebiet MEAG), Wemag und E.DIS.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Strom ist für mittelständische Industriekunden im Durchschnitt 18 Prozent teurer als vor einem Jahr. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Strompreisvergleichs für Sondervertragskunden des Bundesverbands der Energie-Abnehmer e. V. (VEA), Hannover. "Insbesondere die drastische Erhöhung der Stromsteuer von 0,36 Cent pro Kilowattstunde auf 1,23 Cent pro Kilowattstunde ist maßgeblich für den dramatischen Preisanstieg verantwortlich", erläutert Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA. "Aber auch ohne Berücksichtigung der Ökosteuer sind die Preise für die Kunden im letzten Jahr um über fünf Prozent gestiegen." Weiteres Ergebnis der VEA-Studie: Bedingt durch die politischen Sonderlasten zahlen einige Kunden bereits wieder so viel wie zu Monopolzeiten.

Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Schwäche seien diese Zahlen ein schockierendes Zeichen: "Ohne bezahlbare Energie entzieht man dem produzierenden Gewerbe die Existenzgrundlage. Anstatt dringend nötige Investitionen zu tätigen und so ihre Überlebensfähigkeit zu sichern, füllen die Unternehmen zwangsweise die Staatskasse", kritisiert Stuke. Die Belastungen für den Mittelstand hätten schon lange die Schmerzgrenze überschritten. Trotzdem sollten die Unternehmen sich nicht tatenlos in ihr Schicksal ergeben. "Die beste Möglichkeit, im Preissog nicht unterzugehen, sind nach wie vor intensive Marktrecherchen mit einem möglichen Versorgerwechsel," schildert Stuke die Erfahrungen des VEA.

Der aktuelle VEA-Strompreisvergleich untersucht 50 Netzgebiete, in denen etwa zwei Drittel des deutschen Stromverbrauchs anfallen. Ermittelt werden die von den Kunden zu erzielenden Komplettpreise vor Steuern. Nach wie vor ist der durchschnittliche Strompreis in den neuen Bundesländern mit 7,18 Cent pro Kilowattstunde deutlich über dem mittleren Preis in den alten Bundesländern (6,52 Cent pro Kilowattstunde). Die günstigsten Netzgebiete sind derzeit: EWR Worms, HEAG Darmstadt und SÜWAG mit dem Versorgungsgebiet KAWAG. Die teuersten Versorger in den alten Bundesländern sind Schleswag Rendsburg, EAM Kassel und Avacon (Niedersachsen). Die teuersten Versorgungsgebiete in Ostdeutschland und auch insgesamt sind TEAG Erfurt, Avacon (Sachsen-Anhalt), enviaM (Versorgungsgebiet MEAG), Wemag Schwerin und e.dis Fürstenwalde. Verantwortlich für das Preisgefälle sind nach VEA-Angaben vor allem die deutlich höheren Netznutzungsentgelte in den neuen Bundesländern.