Missbrauchsverfahren eingestellt

VEA: Mehr Druck auf Gasversorger ausüben

"Es lohnt sich, politischen und rechtlichen Druck und ihre oft dreiste Preisgestaltung gegen die Versorger auszuüben", kommentierte VEA-Chef Panitz die Vorgänge in Bayern. Gleichzeitig bedauerte er, dass Bayern seine ursprüngliche Forderung nach einer zehnprozentigen Tarifsenkung nicht durchsetzen konnte.

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Hannover (red) - Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) zeigt sich erfreut über die Rücknahme der zum 1. April geplanten Preiserhöhungen von 16 bayerischen Gasversorgern. "Endlich beginnt auf dem Gasmarkt ein anderer Wind zu wehen", kommentierte Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA.

"Es lohnt sich, politischen und rechtlichen Druck gegen die Versorger und ihre oft dreiste Preisgestaltung auszuüben", führte er aus. Gleichzeitig bedauerte er, dass das Wirtschaftsministerium seine ursprüngliche Forderung nach einer zehnprozentigen Tarifsenkung nicht durchsetzen konnte. Immerhin habe die Kartellbehörde aber bestätigt, was der VEA in seinem regelmäßigen Gaspreisvergleich bereits moniert hatte: "Die süddeutschen Unternehmen verlangen ohnehin Preise, die teilweise weit über dem Durchschnitt liegen. Damit sind weitere Erhöhungen für den Verbraucher absolut indiskutabel."

In den vergangenen Wochen waren die Gasversorger und ihr Geschäftsgebaren bundesweit in die öffentliche und behördliche Kritik geraten. Das Bundeskartellamt hatte im Dezember ein Missbrauchsverfahren gegen fünf Gasversorger eingeleitet. Zudem überprüft die Behörde derzeit die Praxis der Langzeitverträge zwischen Ferngaskonzernen und kommunalen Versorgern und ihre Auswirkungen auf den freien Wettbewerb.