Preistreiber

VEA kritisiert: Erdgas wird immer teurer

Aufgrund von unpraktikablen Durchleitungsregeln fehlt auf dem deutschen Gasmarkt nach wie vor der Wettbewerb. Das ist laut Bundesverband der Energie-Abnehmer der Hauptgrund dafür, dass die Gaspreise noch immer zu den teuersten in Europa gehören. Zudem hat der VEA Preisdifferenzen von über 30 Prozent zwischen den einzelnen Versorgern festgestellt.

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Erdgas ist in Deutschland für Industriekunden 6,3 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Erdgaspreisvergleichs des Bundesverbandes der Energie-Abnehmer e. V. (VEA), Hannover.

"Nach wie vor liegen die Gaspreise in Deutschland im EU-Vergleich an der Spitze", erläutert Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA. "Ursache für diesen negativen Standortfaktor ist der fehlende Wettbewerb auf dem deutschen Gasmarkt." So können auch fünf Jahre nach der Öffnung des Gasmarkts Unternehmen wie auch Privatkunden in der Regel nicht zwischen konkurrierenden Angeboten wählen.

Schuld an diesem Zustand sind nach Ansicht des VEA die unpraktikablen Durchleitungsregeln der Verbändevereinbarung. In ihr legen die Versorgungsunternehmen selbst die Spielregeln für die Marktöffnung fest. So käme es zu künstlich überhöhten Transportkosten, die eine Marktöffnung faktisch verhindern würden. Abhilfe könnten nur diskriminierungsfreie und transparente Regeln zum Netzzugang schaffen.

Die aktuelle VEA-Studie mit Preisstand Oktober 2003 untersucht 40 Versorgungsgebiete. Wie schon in den vorangegangenen Preisvergleichen ist die EWE Oldenburg der günstigste Anbieter. Neben dem durchschnittlichen Anstieg von über sechs Prozent stellt der VEA in seiner Studie auch Preisdifferenzen von über 30 Prozent zwischen den einzelnen Versorgungsunternehmen fest. Das zeige, dass selbst von dem hohen deutschen Niveau ausgehend bei vielen Versorgern noch erheblicher Spielraum für Kostensenkungen vorhanden sei, so Stuke. Seinen mehr als 4000 Mitgliedsunternehmen sowie allen übrigen Unternehmen empfiehlt der Verband, in individuellen Verhandlungen mit den jeweiligen Versorgungsunternehmen Verbesserungen zu erzielen.