EU-Vorschlag

VEA kritisiert "dritten Weg" als Mogelpackung

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) hat starke Vorbehalte den jüngsten Vorschlag von acht EU-Staaten zur Entflechtung der Energiekonzerne betreffend. Auch die deutsche Regierung unterstützt den "dritten Weg" zum Unbundling.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - "Das Konzept ist eine Mogelpackung", kommentiert Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA, den Vorschlag, der die komplette eigentumsrechtliche Entflechtung der europäischen Energieversorger abwenden soll. "Er ist keine geeignete Lösung für mehr Wettbewerb auf den Energiemärkten. Viele Vorgaben finden sich bereits in der EU-Richtlinie von 2003." Das neue Papier sei kein wirklicher Schritt voran im Bestreben, endlich die Macht der großen Konzerne zu brechen.

"Altes in neuem Gewand bringt keine Verbesserung", moniert Panitz. Die neue Option bringe wenig Fortschritte für die Liberalisierung der Energiemärkte. "Der so genannte 'dritte Weg' ist keine glaubwürdige Alternative. In unseren Augen können nur die strikte eigentumsrechtliche Trennung oder sehr starke unabhängige Netzbetreiber eine effektive Entflechtung sichern", so der VEA-Vorstand. Die von den Mitgliedsstaaten vorgestellten Maßnahmen brächten keine Markttransparenz und führten nicht zu Entlastungen für Industriekunden und private Haushalte durch günstigere Verbraucherpreise.