Noch keine Trendwende

VEA kritisiert deutlich gestiegene Gaspreise

Die mittelständische Wirtschaft kritisiert die stark gestiegenen Gaspreise. Der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) gab der Bundesnetzagentur eine Teilschuld. Unterdessen plant der russische Energiekonzern Gazprom angeblich im kommenden Jahr eine kräftige Erhöhung des Gasexportpreises.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hannover (ddp/sm) - "Die Bundesnetzagentur hat es durch ihre bisherige Tätigkeit nicht geschafft, für eine Trendwende auf dem deutschen Gasmarkt zu sorgen", sagte VEA-Geschäftsführer Volker Stuke. Mittelständische Unternehmen müssten beim Einkauf von Erdgas Verteuerungen von bis zu 30 Prozent verkraften. "Nicht der Wettbewerb zwischen verschiedenen Gasversorgern, sondern die Kopplung der Gaspreise an den Heizölmarkt bestimmt den Preis", sagte Stuke weiter. Erdgas habe sich in den vergangenen zwölf Monaten dramatisch verteuert. Seit Oktober 2005 habe sich der Preis um durchschnittlich 23 Prozent erhöht, seit 2001 sogar um mehr als 60 Prozent. Die Versorgungswirtschaft könne die Preistreiberei nur aufgrund der faktischen Monopolstellung durchsetzen.

Nach einem Bericht des "Handelsblattes" sollen Erdgaskunden im europäischen Ausland nach den Vorstellungen von Gazprom tiefer in die Tasche greifen. Der Staatskonzern will seine Exportpreise 2007 um rund 15 Prozent anheben. Dem Bericht zufolge geht das Unternehmen von einem steigenden Exportgeschäft aus. Der Konzern lehnte eine Stellungnahme ab.

Gazprom liefert ein Viertel des europäischen Gasbedarfs und ist wichtiger Lieferant für Deutschland. In Deutschland wird fast jede zweite Wohnung (47,7 Prozent) mit Erdgas beheizt, wie aus Daten des Bundesverbands der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft für das Jahr 2005 hervorgeht. Russland ist der bedeutendste Gaslieferant mit einem Anteil von 34 Prozent.

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