Zum Energiegipfel

VEA: Investitionen nicht auf Kosten der Verbraucher

Der Energie-Abnehmerverband VEA befürchtet, dass sich die Energieversorger die auf dem Energiegipfel zugesagten Investitionen von den Verbrauchern bezahlen lassen. Daher fordert er greifbare Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise und begrüßt den Druck aus Brüssel.

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Hannover (red) - Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) warnt nach dem Berliner Energiegipfel vor steigenden Energiepreisen durch die vereinbarten Investitionsprogramme der Versorgungskonzerne. "Der Gipfel hat zu wenig greifbare Ergebnisse für real sinkende Energiepreise gebracht, wie sie die deutsche Wirtschaft dringend braucht", kommentierte Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA.

"Wichtig sind jetzt rasche und konkrete Signale für zumindest stabile Strom- und Gaskosten", führte er aus. Die beschlossenen Investitionspakete der Energieversorger seien zwar grundsätzlich positiv zu bewerten, es bestehe aber aber auch die Gefahr, dass die Konzerne sie als Rechtfertigung für Preissteigerungen benutzen: "Der Verbraucher hat diese Investitionen über hohe Preise bereits im Voraus bezahlt. Die Gewinne der Energieversorger in den letzten Jahren sprechen für sich. Jetzt darf nicht noch einmal beim Energieabnehmer kassiert werden."

Das von der EU-Kommission eingeleitete Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland und andere Länder begrüßte der VEA. "Konstanter Druck aus Brüssel ist wichtig und offenbar dringend notwendig", wertete Panitz. "Auch wenn die Regelungen in Deutschland formal bereits weitgehend umgesetzt sind, so ist es doch entscheidend, dass sie auch inhaltlich funktionieren."