Keine halben Sachen

VEA fordert Entflechtung der Energiekonzerne

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) fordert eine vollständige Entflechtung der Stromkonzerne, um neuen Marktteilnehmern einen fairen Netzzugang zu gewähren. Zudem fordert der Verband die Verbraucher auf zu einem alternativen Anbieter zu wechseln, um das Oligopol der großen Energieonzerne zu schwächen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hannover (red) - Die Vorschläge im Erfahrungsbericht von Bundeswirtschaftsminister Glos über das vor zwei Jahren eingeführte Energiewirtschaftsgesetz gehen dem Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) nicht weit genug. "Wenn der Minister die bisherigen Ergebnisse als ‚noch nicht zufrieden stellend’ bezeichnet, dann ist das eine extreme Untertreibung", erklärte Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA. Ein wirklicher Wettbewerb bei Strom und Gas existiere noch nicht. Daher fordert der Verband "eine komplette Entflechtung der Energiekonzerne und damit eine wirksame Trennung von Erzeugung und Netzbetrieb". Nur so hätten neue Marktteilnehmer die Chance auf einen fairen Netzzugang.

An die Verbraucher appellierte Panitz, sich über alternative Energielieferanten zu informieren und über einen Wechsel nachzudenken, um der "Marktmacht von Energieversorgern" Grenzen zu setzen. "Solange es keinen Wettbewerb gibt, nutzen die etablierten Konzerne ihre Macht weiterhin schamlos zu Lasten der deutschen Verbraucher aus", kommentierte Panitz eine Studie der EU-Kommission zum europäischen Energiehandel, unter anderem an der Strombörse EEX. Demnach liege der Großhandelspreis für Strom aufgrund der Marktkonzentration weit über dem Niveau bei Wettbewerb. So hätten die vier Stromkonzerne allein 2005 rund 10 Milliarden Euro über den Erzeugungskosten eingenommen.