Kein Wettbewerb auf Gasmarkt

VEA: Druck auf Energieversorger muss erhöht werden

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) begrüßt die Einleitung eines Verfahrens gegen den Versorger RWE durch die Europäische Union. Hohe Gaspreise und steigende Gewinne würden zeigen, dass der Wettbewerb nicht funktioniert. Nötig sei eine Trennung von Produktion und Netz, so der Verband.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Hannover (red) - Die Europäische Kommission wirft dem zweitgrößten deutschen Energiekonzern ebenso wie dem italienischen Konzern ENI Wettbewerbsverstöße auf den heimischen Gasmärkten vor. "Die Anschuldigungen gegen RWE fallen nicht zum ersten Mal. Ungerechtfertigte Hemmnisse beim Netzzugang, um die marktbeherrschende Stellung abzusichern und die Marktmacht noch mehr auszubauen, sind nicht zu übersehen", meint Manfred Panitz, geschäftsführendes VEA-Vorstandsmitglied.

Überhöhte Gaspreise sowie hohen Gewinne der Versorgungsunternehmen zeigen eindeutig, dass Wettbewerb nicht stattfindet, so der Verband. Die mögliche Bestrafung von RWE werde das fundamentale Problem des Gas- und Strommarkts aber nicht lösen. Den Konzernen müsste die Kontrolle über die Netze entzogen werden, so Panitz. "Das Kernproblem der völlig überhöhten Energiepreise sind die zu wenigen Anbieter – und damit zu wenig Wettbewerb. Das ist zum Großteil auf die mangelnde Entflechtung und die Marktmacht weniger bei der Netzinfrastruktur zurückzuführen", erläuterte er weiter.

Die Bundesregierung sei nun angehalten, den jüngsten Vorschlägen der EU konstruktiv zu begegnen und für niedrigere Gas- und Strompreise zu sorgen.