Standpunkt

VEA: Deutschland kann sich Atomausstieg nicht leisten

Der Energie-Abnehmerverband VEA unterstützt die Forderung verschiedener CDU-Politiker nach längeren Laufzeiten für Kernkraftwerke. Denn momentan könne sich das Land einen ideologisch gestützten Ausstieg nicht leisten, ein daraus resultierender weiterer Strompreisanstieg sei unakzeptabel.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) hat seine Forderung nach einer Revision des deutschen Ausstiegs aus der Kernenergie erneuert. Der Verband, der die Interessen mittelständischer Unternehmen vertritt, liegt damit auf einer Linie mit weiten Teilen der Unions-Fraktion im deutschen Bundestag sowie dem Bundesverband der deutschen Industrie.

"Nach der aktuellen Lage der Dinge kann sich Deutschland den Atomausstieg, wie er von Rot-Grün beschlossen wurde, einfach nicht leisten", erläuterte Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA. "In der festgelegten Zeitspanne wird es die deutsche Energiewirtschaft nicht schaffen, Strom aus Kernkraft kostenneutral zu ersetzen. Die Folge sind eine geringere Versorgungssicherheit - und vor allem höhere Strompreise. Und das können sich deutsche Unternehmen auf keinen Fall leisten."

Schon zurzeit rangiere Deutschland bei den Strompreisen für mittelständische Verbraucher auf unvertretbar hohem Niveau, führte Panitz aus. Der VEA plädiert daher für eine Ausdehnung der Laufzeiten für bestehende Kernkraftwerke. Der Neubau von Atomanlagen, wie vom hessischen Ministerpräsident Roland Koch auf der Wintertagung des Deutschen Atomforums gefordert, ist laut Panitz nur eine Option: "Natürlich bleibt das langfristige Ziel bestehen, auf Kernkraft zu verzichten - aber nur, wenn entsprechende wirtschaftliche und umweltverträgliche Alternativen zur Verfügung stehen. Solange muss es möglich sein, wenn es der Sicherheit und Wirtschaftlichkeit dient, zwischenzeitlich veraltete Anlagen zu ersetzen."