"Endlich Bewegung"

VEA begrüßt E.ON-Vorschlag und kritisiert Bundesregierung

Mit der Ankündigung von E.ON, seine Stromnetze veräußern zu wollen, sieht sich der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) in seiner Ablehnung des so genannten "Dritten Weges" bestätigt. Der geplante Netzverkauf bringe Schwung in den Markt und könne weitere positive Effekte nach sich ziehen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Das Konzept des "Dritten Wegs", für das sich die Bundesregierung mit anderen Staaten starkt gemacht hat, habe der Verband von Anfang als als "Mogelpackung" bezeichnet, so VEA-Geschäftsführer Manfred Panitz. "Es ist eine schallende Ohrfeige und eine Blamage für die Bundesregierung, wenn der Konzern nun bereit ist, sich – wie von der EU-Kommission gefordert – von Hochspannungsleitungen und Kraftwerksleistung für Strom in Deutschland zu trennen."

Durch die Zusage E.ONs gelingt nach Ansicht des Verbandes ein großer Schritt im Vorhaben, die europäischen Energieversorger zu einer Abgabe ihrer Übertragungsnetze zu zwingen. Nur so könne die Macht der großen Konzerne gebrochen und der Wettbewerb angekurbelt werden. "Nun besteht eine reelle Chance auf mehr Markttransparenz und Entlastungen für Industriekunden und private Haushalte durch günstigere Verbraucherpreise", so Panitz. Der Netzausstieg von E.ON sei möglicherweise der entscheidende Dominostein und könnte weitere positive Effekte für den Energiemarkt nach sich ziehen. "Es kommt endlich Bewegung in die verfestigten Strukturen", zeigt sich der VEA-Vorstand optimistisch.