Neue Studie

VDEW: Strombörsen im Aufschwung

Der VDEW hat in seiner neuen Studie "Händler & Broker" die Erfolgsgeschichten der beiden deutschen Strombörsen Revue passieren lassen. Mittlerweile werden sechs Prozent des Jahresstromverbrauchs an den Börsen gehandelt.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Nahezu sechs Prozent des jährlichen Stromverbrauchs werden an den beiden deutschen Strombörsen gehandelt: Ein Jahr nach dem Start des Börsenhandels wurden im Juli 2001 in Frankfurt am Main 1,3 und in Leipzig 1,35 Milliarden Kilowattstunden Strom umgesetzt. Das meldet der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Berlin.

An den Spotmärkten der Leipzig Power Exchange (LPX) und der European Energy Exchange (EEX) in Frankfurt am Main waren Mitte 2001 bereits 77 Teilnehmer registriert, ermittelte die neue VDEW-Studie "Händler & Broker". Der überwiegende Teil seien Energiehandelsunternehmen und Stromversorger, aber auch Broker. Etwa 60 Prozent der Teilnehmer seien deutsche Unternehmen. Seit dem 1. März 2001 biete die EEX in Frankfurt am Main zusätzlich zum Spotmarkt mit Angeboten für den nächsten Tag den ersten deutschen Strom-Terminmarkt an. Fast 35 Teilnehmer, so VDEW, nutzten Mitte 2001 diesen Terminmarkt, um die Preisrisiken im liberalisierten Strommarkt auszugleichen. So könne beispielsweise ein Stromversorger den Preis für eine zukünftige Stromlieferung fixieren. Ab Herbst 2001 biete auch die LPX den Handel mit Stromterminkontrakten an.

Die Preise an den Strombörsen, so VDEW, zeichnen sich im Vergleich zu anderen Warenbörsen durch sehr große Schwankungsbreiten aus. Dies hänge mit der physikalischen Besonderheit zusammen, dass Strom zur gleichen Zeit produziert wie verbraucht wird und keine Lagerhaltung möglich ist. So hätten im Jahr 2001 an der Frankfurter Börse 1000 Kilowattstunden Strom in der Grundlast - dem rund um die Uhr gleichbleibenden Strombedarf - am 28. Februar 32,37 Euro und am 29. Juli 8,36 Euro gekostet. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren für Preisschwankungen zählen nach VDEW-Angaben beispielsweise die Veränderungen von Brennstoffkosten.

Die Marktstudie fasst die Ergebnisse einer Umfrage des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) bei den Marktteilnehmern im Großstromhandel zusammen. Sie enthält neben Fachbeiträgen insbesondere Adressen und Firmeninformationen zu den Marktteilnehmern. Die Publikation kann für 248 DM (für VDEW-Mitglieder 148 DM) beim VWEW per E-Mail: mz@vwew.de bestellt werden.