Durch Regulierung

VDEW: Staaten verzerren EU-Wettbewerb

Dadurch, dass Länder wie Spanien, Frankreich oder Italien ihre Energiepreise künstlich niedrig halten, verzerren sie den Wettbewerb in Europa und verhindern einen diskriminierungsfreien Zugang für andere Wettbewerber, bemängelte der deutsche Branchenverband VDEW in Berlin.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Der deutsche Energieversorgerverband VDEW bemängelt die Wettbewerbsverzerrung auf dem europäischen Markt durch die Eingriffe verschiedener Staaten, etwa Spanien, Frankreich oder Italien. "Die derzeit gültigen, regulierten Tarife in diesen Ländern verhindern für andere europäische Stromunternehmen einen diskriminierungsfreien Zugang auf diese Märkte", erläuterte VDEW-Chef Eberhard Meller.

In diesen Ländern werde der Strom zum Teil weit unter dem Marktpreis angeboten. Unternehmen der energieintensiven Industrie erhielten durch die Deckelung beträchtliche Wettbewerbsvorteile zum Beispiel gegenüber der deutschen Aluminium- und Stahlindustrie, führte er aus. So lägen die Festpreise in Spanien und Italien unter 30 Euro pro Megawattstunde. In Frankreich haätten Industrieunternehmen seit Anfang dieses Jahres die Möglichkeit, sich über die Beteiligung in einem Konsortium langfristig und unabhängig von der Entwicklung der Marktpreise mit Strom zu sehr günstigen Konditionen einzudecken.

"Mit solchen nationalen Alleingängen wird nicht nur der Stromwettbewerb in Europa behindert, sondern auch der zum Klimaschutz eingeführte Kohlendioxid-Zertifikatehandel in der EU unterlaufen", führte Meller aus. Es sei höchste Zeit, dass die Politik auf europäischem Niveau gleiche Rahmenbedingungen für einen fairen Wettbewerb durchsetze.