Halbjahresbilanz

VDEW: Preise an Strombörse um ein Drittel gestiegen

Die Großhandelspreise für Strom haben nach Berechnungen des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) in der ersten Jahreshälfte erneut angezogen. Als Grund wird der weltweit wachsende Energiebedarf genannt. Kurzfristige Auswirkungen auf Haushaltskunden erwartet der Verband nicht.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - So seien im ersten Halbjahr 2006 die durchschnittlichen Preise für Grundlast-Stromlieferungen für 2007 am Terminmarkt der deutschen Strombörse EEX im Vergleich zum Vorjahr um über ein Drittel gestiegen."Ähnliche Preisentwicklungen waren europaweit an allen Strombörsen zu beobachten und sind auf die insgesamt in der EU wachsende Stromnachfrage zurückzuführen", erläuterte VDEW-Hauptgeschäftsführer Eberhard Meller.

Der Preis am Großhandelsmarkt habe aber nur einen Anteil von rund 25 Prozent am Strompreis für Haushalte; etwa ein Drittel entfalle auf den Stromtransport. "Den größten Anteil an der Stromrechnung eines Haushaltes haben mit rund 40 Prozent staatliche Steuern und Abgaben", so Meller. Hinzu komme ab 1. Januar 2007 die Mehrwertsteuererhöhung mit drei Prozent.

Der Preis für Grundlastlieferungen im Jahr 2007 (Jahresfuture Baseload) ist nach VDEW-Angaben um rund 37 Prozent gestiegen: das heißt er kletterte von durchschnittlich 39,86 Euro für tausend Kilowattstunden Strom im Jahr 2005 auf durchschnittlich 54,62 Euro für tausend Kilowattstunden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. "Die Strombörsen spiegeln unter anderem die Erwartungen der Marktteilnehmer, dass der weltweit wachsende Energiebedarf die europäischen Strompreise nach oben treiben wird", erklärte Meller.

Grundsätzlich haben die Großhandelspreise laut VDEW keine kurzfristigen Auswirkungen auf die Strompreise für Haushaltskunden. "Denn der Strommarkt funktioniert nicht von heute auf morgen. Die meisten Stromunternehmen beschaffen den Strom langfristig, insbesondere um sich und ihre Kunden gegen kurzfristige Preissprünge abzusichern", betonte Meller. So könne heute bereits Strom mit Lieferung bis ins Jahr 2012 an der EEX gehandelt werden.

"Die an der Strombörse EEX erzielten Preise gelten inzwischen als Richtwerte für die gesamte Branche", erläuterte der VDEW-Hauptgeschäftsführer. Mit ihrer stetig gewachsenen Liquidität sei die EEX zum Maßstab für den Stromgroßhandel in Deutschland geworden. In 2005 wurden rund 17 Prozent des deutschen Stromverbrauchs physisch am Spotmarkt der Strombörse in Leipzig gehandelt, so der VDEW.

An der EEX kaufen und verkaufen den Angaben zufolge zur Zeit 149 Handelsteilnehmer aus 19 Ländern Strom. 2005 sind insgesamt 602 Milliarden Kilowattstunden am Spot- und Terminmarkt in Leipzig gehandelt worden. Das ist laut VDEW mit einem Anstieg von 52 Prozent das beste Ergebnis seit dem Börsenstart 2002 gewesen.

Weiterführende Links