Belastungen versechsfacht

VDEW kritisiert hohe Steuern und Abgaben für Strom

Der Staatsanteil an den Stromrechnungen von Haushalten und Industrie steigt 2007 auf rund 13,4 Milliarden Euro. Die Belastung ist laut VDEW damit sechsmal so hoch wie 1998 zu Beginn des Wettbewerbs im Strommarkt. Die Stromkunden zahlten damals etwa 2,3 Milliarden Euro Steuern und Abgaben.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Der größte Posten bei den staatlichen Lasten auf der Stromrechnung ist laut dem Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) die Stromsteuer, die dem Staat in diesem Jahr rund 6,5 Milliarden Euro einbringen werde. Gut zwei Milliarden Euro würden auf die Konzessionsabgaben entfallen. Diese Abgaben erhalten Kommunen dafür, dass Straßen und Wege für den Betrieb von Stromleitungen genutzt werden dürfen, erläutert der Verband. Die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung würden von 0,8 auf etwa 0,7 Milliarden Euro leicht sinken.

Auf über vier Milliarden Euro schätzt der Branchenverband die Mehrkosten zur Förderung von Ökostrom nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, das sei ein Anstieg von etwa einer Milliarde Euro im Vergleich zum Vorjahr. Wichtigster Grund für diesen Anstieg ist nach VDEW-Angaben der starke Zuwachs der Wind- und Solarenergie. Jede Kilowattstunde Ökostrom müsse im Mittel mit rund elf Cent vergütet werden, was etwa dreimal so hoch wie der aktuelle durchschnittliche Großhandelspreis für Strom an den europäischen Spotmärkten sei, kritisiert der Verband. Für die privaten Haushalte sei zusätzlich noch die Mehrwertsteuer ein Kostenfaktor.

"Gut 40 Prozent der Stromrechnung eines Durchschnittshaushaltes in Deutschland entfällt inzwischen auf Steuern und Abgaben", kritisierte VDEW-Hauptgeschäftsführer Eberhard Meller. Zu Beginn des Wettbewerbs hatte dieser Wert 25 Prozentbetragen. Bei den Betrieben, für die teilweise niedrigere Abgaben-Sätze gelten, sei der Staatsanteil von rund zwei Prozent im Jahr 1998 auf bis zu 20 Prozent im Jahr 2007 verzehnfacht worden.