Dynamik

VDEW-Jahresbericht 2001: Wettbewerb verändert Strombranche

Der größte Verband der Energiebranche, der VDEW, hat gestern in Berlin seinen Jahresbericht vorgestellt. Präsident Marquis verkündete, dass sich die Branchenstruktur auch im Wettbewerb nicht so stark verändert hat, wie zunächst vermutet wurde. Jeder sechste deutsche Stromkunde wird inzwischen von Lieferanten versorgt, an dem ausländische Unternehmen beteiligt sind.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

"Der deutsche Strommarkt hat eine in Europa beispielslose Dynamik entwickelt. Auch im Wettbewerb ist die Elektrizitätswirtschaft in Deutschland weiterhin durch große Vielfalt geprägt." Das erklärte der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) in Berlin bei der Vorlage seines Jahresberichtes 2001.

"Die Branchenstruktur wurde längst nicht so stark verändert, wie es manche befürchtet oder auch erhofft haben", betonte VDEW-Präsident Günter Marquis. In Deutschland gebe es etwa 900 Stromversorger - rund 830 davon seien lokale und kommunale Unternehmen. Hinzu kämen rund 200 neue Marktteilnehmer, vor allem Stromhändler für Groß- und Einzelhandel sowie Energiemakler. Das Stromgeschäft, so Marquis, sei nicht nur vielfältiger, sondern auch internationaler geworden. Jeder sechste deutsche Stromkunde habe inzwischen einen Lieferanten, an dem ausländische Unternehmen beteiligt sind. Umgekehrt engagierten sich deutsche Stromversorger im Ausland, vor allen in den Wachstumsmärkten Osteuropas.

Als Erfolgsgeschichte bewertete Marquis den deutschen Weg, den Wettbewerb im Strommarkt mit dem flexiblen Instrument "Verbändevereinbarung" zu sichern: "Die von der Bundesregierung geplante rechtliche Verankerung der Verbändevereinbarung II plus wird die Position Deutschlands in Brüssel stärken." Zugleich bleibe die Harmonisierung im europäischen Strommarkt die vordringliche Aufgabe der Politik. Marquis: "Während die Unternehmen ihre neue Aufgaben im Wettbewerbsmarkt angenommen und aktiv gestaltet haben, sehe ich bei der Politik noch Nachholbedarf."