Kritik

VDEW: Emissions-Zertifikate zu knapp kalkuliert

Während andere europäische Länder ihre Emissionsangaben in Brüssel inzwischen nach oben korrigiert oder vorsorglich Reservemengen einkalkuliert hätten, bürde die erneute Kürzung der Zuteilungsmenge der deutschen Wirtschaft erhebliche Wettbewerbsnachteile im europäischen Markt auf, bemängelt der VDEW.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Branchenverband VDEW hat die "knappe Kalkulation" der Emissionszertifikate kritisiert: "Die erneute Kürzung der Zuteilungsmenge bürdet der Wirtschaft erhebliche Wettbewerbsnachteile im europäischen Markt auf", bemängelte Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) zum Start der Zuteilung von Zertifikaten für den Emissionshandel.

Andere europäische Länder hätten ihre Emissionsangaben in Brüssel inzwischen nach oben korrigiert oder vorsorglich Reservemengen einkalkuliert. "Deutschland dagegen bremst sich mit seiner Vorreiterrolle beim Klimaschutz selbst aus", führte Meller aus. Das Zuteilungsgesetz sei handwerklich schlecht gemacht und berücksichtige die bereits erzielten Umweltschutz-Erfolge zu wenig. Der gesamte Kohlendioxid-Ausstoß sei 2002 bereits 19 Prozent niedriger gewesen als 1990. Deutschland habe das EU-Ziel von 21 Prozent Minderung bis 2012 damit schon fast erreicht.

"Trotzdem will die Bundesregierung bereits in der bevorstehenden europäische Testphase mit neuen Emissionsminderungen glänzen, die in anderen Ländern noch nicht einmal angedacht sind", kritisierte Meller. Das schade dem Wirtschaftsstandort und bedeute eine zusätzliche Hürde für den erhofften Konjunkturaufschwung. Dieser sei bei der Zuteilung der Zertifikate nicht berücksichtigt.