Vielfalt gefragt

VDEW: Ausgewogener Energiemix wird unverzichtbar bleiben

Aus Sicht des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft seien auch für den Kraftwerkspark der Zukunft keine Wunderdinge zu erwarten. Da sich derzeit keine Ideallösung abzeichne, sei zur Sicherung einer umweltfreundlichen und bezahlbaren Stromversorgung auch künftig ein sinnvoller Energiemix unverzichtbar.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp/red) - Die ausgewogene Mischung unterschiedlicher Energien muss nach Ansicht des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) auch in Zukunft die Grundlage einer sicheren, umweltverträglichen und bezahlbaren Stromversorgung bleiben. Für den künftigen Kraftwerkspark gebe es weder eine Ideallösung noch eine Wundertechnik, betonte VDEW-Hauptgeschäftsführer Eberhard Meller am Mittwoch auf der Messe e-World in Essen. Meller verwies vor dem Hintergrund anstehender Milliardeninvestitionen zur Modernisierung und Ergänzung des Kraftwerksparks auf eine aktuelle Studie des Bremer Energieinstituts zum Thema "Investitionen im liberalisierten Energiemarkt".

Danach dient die Vielfalt der Energieträger der Versorgungssicherheit und der Risikominimierung. "Jeder Energieträger bringt eigene Risiken mit", führte der Institutsleiter Wolfgang Pfaffenberger aus. So bedeute der Einsatz des Energieträgers Gas ein höheres Preisrisiko, geringere Wettbewerbsfähigkeit und die Abhängigkeit von außenpolitischen Rahmenbedingungen. Kohle erhalte hingegen eine ungünstigere Bewertung bei der Umweltverträglichkeit, stehe bei anderen Faktoren wie der Verfügbarkeit aber vorn. Bei den umweltverträglichen erneuerbaren Energien gebe es noch erhebliche Defizite sowohl bei der Wirtschaftlichkeit als auch im Hinblick auf die Versorgungssicherheit.

Bis zum Jahr 2020 besteht in Deutschland laut VDEW ein Ersatzbedarf zwischen 40 000 und 50 000 Megawatt Kraftwerksleistung. Dazu sind nach Expertenschätzungen Investitionen von 30 bis 40 Milliarden Euro erforderlich.