Standpunkt

VDEW: Anreizregulierung geht in die falsche Richtung

Die Ansätze im von der Bundesnetzagentur erstellten Vorschlag für eine Anreizregulierung auf dem Energiemarkt ab 2008 sind an "einigen entscheidenden Punkten" falsch gewählt worden, haben VDEW und VDN erwartungsgemäß ihre Kritik am Modell formuliert. Ihre Mitglieder müssen mit starken Einschnitten rechnen.

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Berlin (red)- Die Stromanbieterverbände VDEW und VDN sind erwartungsgemäß nicht einverstanden mit dem Vorschlag der Bundesnetzagentur zur Ausgestaltung der Anreizregulierung ab 2008. "Wenn die Anreizregulierung nach dem Modell der Bundesnetzagentur umgesetzt wird, droht sie zu scheitern. Denn sie entspricht nicht den Vorgaben des Gesetzgebers", erklärte Eberhard Meller, VDEW-Hauptgeschäftsführer jetzt in Berlin.

In einigen entscheidenden Punkten seien die falschen Ansätze gewählt worden, führte er aus. "Immerhin hat die Bundesnetzagentur ein Detail geändert, damit die geplanten, drastischen Initialabsenkungen der Erlöse nicht gleich zu Beginn der Anreizregulierung gelten", ergänzte Konstantin Staschus, VDN-Geschäftsführer. Trotzdem zeige sich bei den übrigen Vorschlägen weiterhin ein falsches Grundverständnis über die zeitliche Wirkung der Anreizregulierung. "Erst müssen Anreize für die Netzbetreiber gesetzt werden. Durch eine gesteigerte Effizienz sollen sie profitabler werden können", so Staschus weiter. Damit könnten die Netzkosten sinken.

"Die Netzagentur zäumt das Pferd von hinten auf und kümmert sich zu wenig darum, dass die von ihr gesetzten Effizienzvorgaben auch tatsächlich von den Netzbetreibern erreicht werden können", kritisierte Meller weiter. Angesichts der langen Lebensdauer der Betriebsmittel in der Elektrizitätswirtschaft könnten die Unternehmen nur durch den Stopp der Investitionen und den Abbau von Arbeitsplätzen die angestrebte Senkung der Netzentgelte umsetzen. "Dies gefährdet die Infrastruktur der Strombranche, Investitionen, Arbeitsplätze und längerfristig auch die Versorgungsqualität", wiederholte er die altbekannte Drohung.