Konzept

VDE: 40 Prozent weniger CO2 kostet 114 Milliarden Euro

Nach VDE-Berechnungen könne ein optimierter Energiemix den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent senken, hierfür seien allerdings Investitionen von 114 Milliarden Euro nötig. Ein großes Problem bei der Durchsetzung neuer Konzepte seien nach wie vor die zersplitterten Zuständigkeiten.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Frankfurt/Main (red) - Mit klaren und abgestimmten Rahmendaten könnten nach Überzeugung des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) bei Klimaschutz, Ressourcenschonung und Technologieentwicklung enorme Potenziale gehoben werden. Ein Gesamtkonzept müsse die Optimierung der Erzeugung, die Festlegung auf einen Energiemix, die Verringerung der Importabhängigkeit und den Ausbau der Netze umfassen, aber auch die Förderung der dezentralen Energieversorgung und der Energieforschung.

"Energiepolitik, Energietechnologie und Energieforschung sind strategische Hebel für die Wirtschaftspolitik und die Prosperität Deutschlands und Europas; deshalb kommt einem energiepolitischen Gesamtkonzept und dessen zügiger Realisierung große Bedeutung zu", so Prof. Dr. Wolfgang Schröppel, Vorsitzender der Energietechnischen Gesellschaft im VDE (ETG). "Es kann nicht sein, dass Japan sieben Mal so viel für Forschung und Entwicklung ausgibt wie Deutschland."

Um den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu senken, ist laut Schröppel eine deutliche, aber realistische Einschränkung beim Einsatz fossiler Brennstoffe, der kräftige Ausbau der regenerativen Energien vor allem in den Bereichen Wind und Biomasse sowie die Nutzung der Kernenergie auf heutigem Niveau erforderlich. Um eine derartige Verbesserung zu erreichen, sind nach VDE-Berechnungen Investitionen von 114 Milliarden Euro nötig. Davon entfallen 16 Milliarden Euro auf Reservekraftwerke, die den unsteten Anfall von Windenergie ausgleichen. Flankierend solle die Effizienz der fossil befeuerten Kraftwerke um technisch mögliche 10 Prozent verbessert werden. Zusätzliche Impulse für den Klimaschutz seien von der Realisierung CO2-freier Kohlekraftwerke zu erwarten.

Die bislang zu geringen Fortschritte bei der Entwicklung eines energiepolitischen Gesamtkonzepts führt der VDE auch auf die Zersplitterung der Zuständigkeiten zurück. In Deutschland ist die bundespolitische Verantwortung für Energiefragen auf vier Ministerien verteilt: Wirtschaftsministerium (fossile Energieträger und korrespondierende Technologien), Umweltministerium (erneuerbare Energien, Aufsicht über Kernenergietechnologien), Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (Energietechnologien mit Biomasse), Ministerium für Bildung und Forschung (Grundsatzfragen und Koordinierung). Von einer einheitlichen und strategisch ausgerichteten Energiepolitik könne unter diesen Umständen bisher keine Rede sein. Die Bündelung der Zuständigkeiten wäre nach Ansicht des VDE ein großer Schritt in diese Richtung.