Wettbewerb auf guten Weg

VBEW warnt vor "Überregulierung" im Strommarkt

Der VBEW sieht die Entwicklung des Wettbewerbs auf dem Strommarkt auf einem guten Weg, geht aber mittelfristig wegen staatlicher Lasten von steigenden Preisen aus. Zudem warnt der Verband, dass die Wirtschaftlichkeit des Netzbetriebs und damit die Versorgungssicherheit durch "Überregulierung" gefährdet werden könnte.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

München (red) - In Bayern werben etwa 300 der 940 deutschen Stromversorger um Kunden. "Der Wettbewerb beim Strom funktioniert viel besser als vielfach behauptet. Staatliche Eingriffe haben den Wettbewerb mehr behindert als gestärkt", resümiert Dr. Christoph Praël, Geschäftsführer des Verbandes der Bayerischen Elektrizitätswirtschaft (VBEW). Der Gesetzgeber sollte nicht schon wieder neue Eingriffe in den Markt planen, solange die existierenden Bestimmungen ihre volle Wirkung noch gar nicht entfalten konnten, so der VBEW. Trotzdem geht der Verband mittelfristig von zunehmenden Energiepreisen aus. Grund dafür seien steigende Energiekosten für die Stromversorger und staatliche Lasten, die inzwischen mehr als 40 Prozent des Preises ausmachen.

Zudem kritisiert der Verband, dass die Versorgungssicherheit in Bayern durch "überzogene Netzentgeltkürzungen" gefährdet werde. Eine Regulierung sei zwar notwendig, "weil der Netzbetrieb ein natürliches und unvermeidbares Monopol bildet", betont Dr. Peter Deml, Vorstandsmitglied des VBEW und Vorstandsvorsitzender der E.ON Bayern AG. "Eine Regulierung muss jedoch die Rentabilität der Investitionen zulassen, die für die Versorgungssicherheit unerlässlich sind", so Deml weiter.

Laufzeiten von Kernkraftwerken verlängern

Darüber hinaus betonte der VBEW auf seiner Jahrespressekonferenz, dass nur ein breiter Energiemix aus Kernenergie, Erneuerbaren Energien einschließlich Wasserkraft und fossilen Energien die Basis einer zukunftssicheren und klimafreundlichen Stromversorgung sein können. "Wollen wir uns nicht in noch stärkere Abhängigkeit von Energieimporten begeben, müssen wir auch über die Laufzeit der bayerischen Kernkraftwerke nachdenken", so Herbert Dombrowsky, Vorstandsvorsitzender des VBEW und der N-ERGIE AG.