Steigende Energiekosten

VBEW: Sinkende Netzentgelte durch hohe Staatsabgaben "aufgefressen"

Die Stromnetzentgelte in Bayern seien seit 2006 um rund 1 Cent/kWh netto gesunken. Wegen des Anstiegs der Energiepreise und steigender Staatslasten mache sich diese beim Kunden jedoch nicht bemerkbar, bedauert der Verband der Bayerischen Elektrizitätswirtschaft (VBEW).

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

München (red) - Die rund 230 bayerischen Stromnetzbetreiber hätten mittlerweile zweimal ihre Netzentgelte durch die Regulierungsbehörden genehmigen lassen und mussten dabei teils massive Kürzungen hinnehmen. Im Durchschnitt seien die Netzentgelte in den vergangenen zwei Jahren um 1 Cent pro Kilowattstunde bzw. 14 Prozent gesunken.

Jedoch würden den Versorgern steigende Beschaffungskosten und Belastungen durch Steuern, Abgaben und Umlagen Sorge bereiten. "Die bayerischen Netzbetreiber können die Fehlentwicklungen in anderen Bereichen unserer Energieversorgung nicht durch Senkung der Netzentgelte ausgleichen", mahnt Dr. Christoph Praël, Geschäftsführer des VBEW.

Besonders habe die Stromlieferanten im Jahr 2008 das unerwartet hohe Stromaufkommen aus Wind, Biomasse und Photovoltaik belastet, da die Subventionen der Erneuerbaren durch eine Umlage auf den Strompreis finanziert wird. Die Absenkungen der Netzentgelte werden durch solche gegenläufigen Entwicklungen mehr als aufgefressen und nehmen den Versorgern nicht nur den Spielraum für Senkungen der Verbraucherpreise sondern verursachen auch beim Strom steigende Energiepreise, kritisiert der Verband.