Erneuerbare Energien nicht ausreichend

VBEW fordert von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen

Der Verband der Bayerischen Elektrizitätswirtschaft (VBEW) spricht sich für den Ausbau der Erneuerbaren Energien aus, sieht sie aber auch auf lange Sicht nicht als "tragendes Standbein" für die Stromerzeugung. Er fordert von der Politik "klare und realistische Aussagen".

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München (red) - An der Stromerzeugung in Bayern hat die Kernenergie nach Angaben des Verbandes einen Anteil von rund 65Prozent. Knapp 20 Prozent des Stroms stammen aus fossilen Brennstoffen, über 16 Prozent aus Erneuerbaren Energien, vor allem aus Wasserkraft (15 Prozent), gefolgt von Biomasse (knapp 2 Prozent).

Zur Sicherung der hohen Versorgungsqualität, des preisgünstigen Stromangebotes und einer umweltschonenden Erzeugung müsse der Energiemix langfristig Bestand haben, so der VBEW. Klarstellungen zu Investitionssicherheit, zur Zukunft der Energieträger und gesetzlichen Rahmenbedingungen durch die Politik fehlten jedoch. Zum Ende der Laufzeiten der Kernkraftwerke drohe eine Erzeugungslücke von etwa 42 Terrawattstunden, was etwa der Hälfte der heutigen bayerischen Stromerzeugung entspricht. Ein wirtschaftlicher Ausbau erneuerbarer Energien könne diese Lücke allenfalls zu einem geringen Teil füllen.

"Der drohende Import von Kernenergiestrom aus weniger sicheren Kraftwerken ist keine Alternative. Auch können wir beim Ersatz nicht ausschließlich auf Gas setzen. Die Abhängigkeit von Lieferanten aus dem Ausland wird zu groß", mahnt Christoph Prael, Geschäftsführer des VBEW. Das Verfeuern fossiler Brennstoffe erfordert CO2-Zertifikate und verteuert zusätzlich den Strom.

Zur Stärkung einer verbrauchsnahen Stromerzeugung befürwortet der VBEW einen größeren Anteil erneuerbare Energieträger am Strommix. "Voraussetzung ist jedoch eine an der Wirtschaftlichkeit orientierte Förderung. Der Verbraucher zahlt das Gieskannen-Prinzip zu teuer", so Prael. "Die bayerischen Stromversorger sind bereit Zukunftsinvestitionen zum Erhalt der Versorgungssicherheit und zur Verstärkung des Wettbewerbs bei der Stromerzeugung zu schultern. Wir reden hier über Beträge im Milliarden-Bereich", sagte Prael weiter. Als Voraussetzung für die Investitionen fordert der VBEW von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen.

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