"Verfall der Sicherheitskultur"

Vattenfall: Zunehmende Kritik wegen Sicherheit in AKW Forsmark

Laut einem internen Bericht des AKW Forsmark war der Zwischenfall im letzten Sommer der Höhepunkt des Verfalls der Sicherheitskultur. Mit einem 60-Punkte-Programm soll die Sicherheit des Kraftwerkes verstärkt werden. Die Grünen stellen die Befähigung Vattenfalls als AKW-Betreiber in Frage.

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Stockholm (red) - Rund sechs Monate nach dem Störfall im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark wird Vattenfall zunehmend mit Vorwürfen konfrontiert. Laut einem internen Bericht, der kürzlich vom TV-Sender SVT enthüllt wurde, sahen einige Mitarbeiter den Zwischenfall als Höhepunkt des "Verfalls der Sicherheitskultur" an. Man habe mehr Wert auf die Steigerung der Kapazitäten als auf die Sicherheit gelegt. In einem Rundfunk-Bericht gab Göran Lundgren, der für Forsmark zuständige Vattenfall-Vertreter zu, dass nicht immer alle Sicherheitsfragen so behandelt wurden, wie es sein sollte.

Lundgren meint, er könne verstehen, wenn Leute Angst bekommen, wenn sie von einem solchen Bericht hören. Doch dies sei nur eine von vielen Analysen, die seit letztem Sommer durchgeführt wurden. Man habe bereits ein 60-Punkte-Programm aufgestellt, mit dem Ziel die Sicherheit zu verstärken. 20 dieser Punkte seien bereits vollständig umgesetzt worden, weitere 30 seien derzeit in Bearbeitung.

Bündnis 90/Die Grünen jedoch sieht die Sicherheitskultur Vattenfalls auch als Sicherheitsrisiko für Deutschland. Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher der Bundesfraktion, stellt die Befähigung Vattenfalls, Atomkraftwerke zu betreiben, in Frage und meint, auch die deutschen Behörden müssen durch die Strafanzeige der schwedischen Atomaufsichtsbehörde alarmiert werden. Zudem sei es unerträglich, dass sich Vattenfall bis heute weigert, die Mängelliste für das Atomkraftwerk Brunsbüttel auf den Tisch zu legen.

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