Infoveranstaltung

Vattenfall wirbt um Vertrauen der Anwohner von Krümmel

Eine Woche nach der erneuten Panne im AKW Krümmel hat Vattenfall um das Vertrauen der Anwohner geworben. Bei einer Informationsveranstaltung wurde den rund 100 Bürgern erklärt, wie es zu der Schnellabschaltung des Reaktors kam. Zudem wurden Fragen der Anwohner beantwortet. Unterdessen wird aus der Union die Kritik an Vattenfall lauter.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Geesthacht (ddp/red) - Ernst Michael Züfle, Geschäftsführer der Nuklearsparte von Vattenfall, machte am Samstag klar, dass die Ursache für den Kurzschluss des Transformators am 4. Juli, nach dem sich der Reaktor abschaltete, noch nicht bekannt sei. Diese werde noch geprüft und der Transformator genau untersucht, versprach er den Bürgern. Bei der rund zweieinhalb Stunden dauernden Fragerunde kam es nach Angaben eines Konzernsprechers zu einer "lebhaften, aber sachlichen Diskussion". "Natürlich wurde es auch mal hitziger, aber alles in allem war es eine fruchtbare Debatte", fügte er hinzu.

Vattenfall: Kritik an der Informationspolitik entgegenwirken

Auch die Teilnehmer sprachen von einer sachlichen Diskussion. "Aber natürlich sind dabei auch immer Gefühle mit im Spiel", sagte Uwe Harden, Sprecher der Bürgerinitiative gegen Leukämie in der Elbmarsch. Das verlorene Vertrauen in Vattenfall könne aber auch durch solche Veranstaltungen nur schwer zurückerlangt werden, fügte er hinzu. Vattenfall überlegt bereits, die Gesprächsrunde fortzusetzen und der in den vergangenen Tagen laut gewordenen Kritik an der Informationspolitik entgegenzuwirken.

Von Beust droht mit Entzug der Betriebserlaubnis

In diesem Zusammenhang forderte Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) eine "völlige Transparenz" der Zustände in Krümmel. Sollten die Probleme nicht gelöst werden, drohte er mit einem Entzug der Betriebserlaubnis für Vattenfall. Auch die CDU-Regierungschefs aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein rügten Vattenfall und forderten eine sorgfältige Untersuchung des Vorfalls. Gleichzeitig warnten sie davor, die Vorfälle in Krümmel für einen Anti-Atom-Wahlkampf zu missbrauchen.

Schleswig-Holsteins Regierungschef Peter Harry Carstensen (CDU) sagte, die Bevölkerung wisse besser als die SPD-Wahlkämpfer, dass für eine zuverlässige Stromversorgung ein Energiemix mit Kernenergie erforderlich sei. Für ein Festhalten an der Atomenergie sprach sich auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) aus. Sichere Atomkraftwerke sollten länger am Netz bleiben, sagte er. Die Laufzeiten sollten "individuell festgelegt werden - streng nach Sicherheitskriterien".