Strom-News
VorbereitungDer schwedische Energieriese Vattenfall bereitet ein mögliches Verfahren wegen des deutschen Atomausstiegs vor einem internationalen Schiedsgericht der Weltbank vor. Vattenfall habe um die Konstituierung eines entsprechenden Gremiums ersucht, sagte eine Sprecherin des Konzerns am Montag in Berlin.
Berlin (AFP/red) - Dies sei eine Voraussetzung für ein eventuelles Verfahren. Über das Einreichen einer Klage habe Vattenfall aber noch nicht entschieden. Das Unternehmen hoffe weiter auf eine "einvernehmliche Lösung".
Vattenfall hatte im vergangenen Jahr angekündigt, das Einleiten eines Verfahrens gegen Deutschland vor dem Internationalen Zentrum zur Beilegung von Streitigkeiten im Zusammenhang mit Investitionen (ICSID) zu prüfen. Dieses soll bei Auseinandersetzungen zwischen Staaten und Investoren aus anderen Nationen vermitteln, die keine rein wirtschaftlichen Gründe haben - sondern etwa auf Gesetze zurückgehen, die Einfluss auf Investitionen haben.
Wegen des Atomausstiegs sind die deutschen Vattenfall-Meiler Krümmel und Brunsbüttel 2011 vorzeitig abgeschaltet worden. Der Konzern machte geltend, dass die von der Bundesregierung durchgesetzte Regelung erhebliche finanzielle Folgen habe. Die deutschen Stromanbieter Eon und RWE hatten nach dem Ausstieg angekündigt, wegen Vermögensschäden vor dem Bundesverfassungsgericht klagen zu wollen. Umweltschützer kritisierten die Klage, da die beiden Vattenfall-Meiler schon seit längerem aufgrund von Störfällen quasi stillstanden.
Für jeden Streitfall muss das ICSID ein Schlichtungsgremium bilden, deshalb ist die Bitte um Konstituierung erster vorbereitender Schritt hin zur Aufnahme eines möglichen späteren Verfahrens. Der Schiedsmechanismus ist darüber hinaus freiwillig. Er kann nur greifen, wenn beide Parteien der Aktivierung zustimmen.
Der Newsletter von Strom-Magazin.de
Bekommen Sie kostenlos jeden Mittwoch aktuelle News vom Strom- und Gasmarkt direkt in Ihr Postfach! Jetzt anmelden:
Vattenfall bietet eine App für Smartphones an, mit der Bürger ihren Energieverbrauch umweltorientiert planen können. Die sogenannte Stromwetter-App zeigt an, wann besonders viel Ökostrom aus Sonne und Windkraft gewonnen wird. Legen Bürger ihren Stromverbrauch in diese Zeiten, leisten sie automatisch einen Beitrag zur Energiewende.
Der Rückkauf der Energienetze in Hamburg steht auf dem Prüfstand. Der Senat der Hansestadt hatte sich mit den Energieunternehmen E.on und Vattenfall im November für den Rückerwerb von 25.1 Prozent der Netze geeinigt. Jetzt soll geprüft werden, ob diese 25,1 Prozent ausreichend sind, um den Einfluss auf die Unternehmen zu garantieren.
Das Atomkraftwerk im schleswig-holsteinischen Brokdorf ist am Mittwoch wegen beschädigter Teile vom Netz genommen worden. Bis mindestens Freitag soll der Meiler nicht wieder hochgefahren werden. Der holsteinische Meiler ist eminent wichtig für die Versorgung der Millionenstadt Hamburg.
Der Energieriese Vattenfall plant die Installation zahlreicher Mini-Kraftwerke in den nächsten Jahren. Betroffen sein sollen sowohl private als auch gewerblich genutzte Gebäude. Zur Strom- und Wärmeerzeugung läge das besondere Augenmerk auf gasbetriebenen Anlagen, hieß es seitens des Konzerns.
Ein Jahr nach dem Atomunglück von Fukushima befürworten einer Umfrage zufolge achtzig Prozent der Japaner einen Atomausstieg. Nur 16 Prozent der Befragten sprachen sich gegen die langfristige Abschaltung der Reaktoren aus, wie die Zeitung "Tokyo Shimbun" am Sonntag unter Berufung auf die Umfrage unter 3000 Bürgern berichtete.Strompreise vergleichen
Einfach Postleitzahl und jährlichen Stromverbrauch in kWh eingeben und günstige Stromtarife finden!