Konsequenzen ziehen

Vattenfall will Panne in Krümmel umfassend aufklären

Vattenfall hat eine umfassende Aufklärung der Panne im Atomkraftwerk Krümmel angekündigt. "Ich stehe mit meinem Namen dafür, dass unser Unternehmen daraus Konsequenzen zieht", sagte der Chef von Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka. Eine Stilllegung von Krümmel als Konsequenz schloss Hatakka aus.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Hamburg (ddp/red) - Der Geschäftsführer der Nuklearsparte von Vattenfall, Ernst Michael Züfle, bestätigte, dass das AKW Krümmel "mehrere Monate" vom Netz getrennt bleiben wird. Bevor die Anlage wieder angefahren werde, würden die beiden Transformatoren erneuert, die die vom AKW produzierte Energie ins Netz speisen. Ein Kurzschluss in einem Transformator hatte vor wenigen Tagen zur Schnellabschaltung des nach zwei Jahren gerade wieder angefahrenen Atomkraftwerks geführt.

Schaden an Brennstab festgestellt

Laut Züfle ist bei der Überprüfung auch ein Brennstabschaden festgestellt worden. Am 10. Juli werde der Druckbehälter geöffnet und das beschädigte Element ausgetauscht. "Der Brennstabschaden hat mit dem Transformatorschaden nichts zu tun", betonte Züfle und versicherte, die Atomanlage sei sicher. "Es hat zu keiner Zeit ein Risikopotenzial für die Bevölkerung bestanden."

Vattenfall kündigt mehr Transparenz an

Um den Imageschaden zu begrenzen kündigte die Vattenfall-Führung eine transparente Aufklärung und umfassende Kommunikation an. Alle technischen und organisatorischen Prozesse würden überprüft. Zur weiteren Aufarbeitung sei mit Stefan Dohler, der bei Vattenfall Europe für das Netzgeschäft verantwortlich ist, ein Sonderbevollmächtigter eingesetzt worden. Als Nächstes ist am kommenden Samstag in Geesthacht eine öffentliche Informationsveranstaltung mit der Öffentlichkeit geplant.

Umweltaktivisten entern Fassade von Vattenfall-Kundencenter

Umweltaktivisten haben am Donnerstag aus Protest gegen die Krümmel-Pannen im die Fassade des Vattenfall-Kundencenters in der Hamburger City geentert. Drei Aktivisten seilten sich an der Front des Gebäudes ab und entfalteten ein Transparent mit der Aufschrift "contrAtom - dezentral statt katastrophal - Atomausstieg jetzt". Die Polizei ging nach eigenen Angaben nicht gegen die Atomkraftgegner vor, da Vattenfall keine Anzeige erstattete, sondern die Aktion geduldet hat, wie ein Sprecher sagte.