Widerstand aufgegeben

Vattenfall will Mängelliste des AKW Brunsbüttel offenlegen

Vattenfall Europe will nach langer Weigerung nun doch die Mängelliste des AKW Brunsbüttel offenlegen. Die aktuelle Offene-Punkte-Liste und die vorläufige Bewertung aus der periodischen Sicherheitsüberprüfung des Kraftwerks sollen veröffentlicht werden, kündigte Vorstandsmitglied Reinhardt Hassa gestern an.

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Brunsbüttel (ddp/sm) - Vattenfall werde die Klage gegen die Veröffentlichung der Ergebnisse zurückziehen. Hassa betonte, das Unternehmen wolle damit "weiter um verloren gegangenes Vertrauen werben". Die periodische Sicherheitsüberprüfung ist eine nach dem Atomgesetz vorgesehene umfassende Analyse, die für jeden Atommeiler alle zehn Jahre erstellt werden soll. Sie wird für Brunsbüttel seit 2001 erarbeitet.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte zuvor angekündigt, Inhalte der geheimen Mängelliste am Mittwoch in Berlin veröffentlichen zu wollen. Woher seine Organisation die Unterlagen für die angeblichen Problemfälle habe, wollte Geschätsführer Jürgen Resch nicht sagen. Die DUH hatte bislang vergeblich versucht, die Herausgabe der Liste auf gerichtlichem Weg zu erreichen. Vattenfall verweigerte dies bislang mit dem Hinweis auf negative Auswirkungen auf den Kaufpreis des Atommeilers im Falle eines Verkaufs.

Unternehmenssprecher Ivo Banek kündigte am Dienstag zugleich an, es würden Konsequenzen aus den Vorgängen im Reaktorleitstand des AKW Krümmel gezogen. Demnach sollen zukünftig alle wichtigen Anweisungen von den Mitarbeitern laut wiederholt werden, um Missverständnisse zu vermeiden. Vattenfall werde der Reaktoraufsicht vorschlagen, einen entsprechenden Passus ins Betriebshandbuch aufnehmen zu lassen, sagte Banek.