Neue Vorschriften

Vattenfall will Kommunikation in AKW-Leitwarten verbessern

Nach den Pannen in den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel will Vattenfall Europe die Kommunikation in den Reaktor-Leitwarten verbessern. Schleswig-Holsteins Sozialministerin Trauernicht hatte angekündigt, dass die beiden AKWs wohl noch einige Zeit abgeschaltet bleiben werden.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp-nrd/sm) - Um Missverständnisse in den Reaktor-Leitwarten zu vermeiden, solle künftig für Schalthandlungen die "Drei-Wege-Kommunikation" bestehend aus Anordnung, Wiederholung und Bestätigung verbindlich vorgeschrieben werden, teilte der Konzern am Freitag in Hamburg mit. Nach der Schnellabschaltung des AKW Krümmel am 28. Juni war es zu einem Missverständnis zwischen Schichtleiter und Reaktorfahrer gekommen.

Außerdem soll ein neu eingerichteter Krisenstab die Informationspolitik innerhalb des Unternehmens und gegenüber der Öffentlichkeit verbessern. Daneben sind technische Veränderungen unter anderem bei der Steuerung der Speisewasserpumpen des Reaktors geplant. Eine solche Pumpe war in Krümmel nach dem Brand eines Transformators ausgefallen.

Schleswig-Holsteins für Reaktorsicherheit zuständige Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) hatte am Donnerstag angekündigt, dass die Probleme in den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel nicht in kurzer Zeit behoben werden können. Beide Atommeiler seien abgeschaltet, "und das wird auf absehbare Zeit auch so bleiben", sagte Trauernicht. Der Bearbeitungsstand lasse "keinesfalls ein frühes Wiederanfahren zu".