Verockerung

Vattenfall will Braunfärbung der Spree vermindern

Der Energiekonzern Vattenfall will gegen die zunehmende Braunfärbung der Spree vorgehen. Hauptziel sei die weitere Reduzierung des Eisengehaltes im Grundwasser, sagte der Leiter Geotechnik, Ingolf Arnold, bei der Vorstellung einer Grubenwasserbehandlungsanlage (GWBA) am Montag in Schwarze Pumpe.

Vattenfall© Vattenfall Europe Sales GmbH

Schwarze Pumpe (dapd/red) - Zugleich bot Vattenfall dem Bergbausanierer LMBV an, in der Anlage bis 2015 täglich zusätzlich bis zu 15.000 Kubikmeter Grubenwasser zu reinigen.

Den Angaben zufolge ist die seit 60 Jahren betriebene Anlage ein zentraler Wasserknoten in der Lausitz, in dem jährlich etwa 265 Millionen Kubikmeter Grubenwasser behandelt und als nahezu eisenfreies Wasser in die Spree und ihre Zuflüsse geleitet werden. Damit leiste der Konzern bereits einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Wasserqualität des Flusses, erklärte der Geospezialist. Über 70 Prozent gereinigtes Grubenwasser würden so zurück in den Fluss fließen.

Trinkwasser sei nicht gefährdet

Die sogenannte Verockerung der Spree geht auf ein Eisenhydroxid-Sulfat-Gemisch zurück, das durch den Anstieg des Grundwassers in den Tagebauen der Lausitz verstärkt in die Spree und die Lausitzer Seenlandschaft gelangt. Umweltverbände warnen schon seit Jahren vor den massiven Problemen für Umwelt und Tourismus im Spreewald.

Arnold widersprach indes der häufig verbreiteten Ansicht, dass die Belastung der Spree durch Sulfat die Trinkwasserversorgung von rund 1,7 Millionen Menschen in Berlin und Frankfurt (Oder) gefährde. "Sulfat ist nicht giftig", erklärte er. Experten würden ständig dafür sorgen, dass der gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert für Trinkwasser von 250 Milligramm pro Liter nicht überschritten wird. Auch die gegenwärtig mit 450 mg/l höchste Sulfatkonzentration in der Spremberger Spree sei weder für Bauwerke noch für Pflanzen oder Tiere schädlich, sagte Arnold.

Grubenwasser soll gereinigt werden

Um die bergbaubedingte Eisenockerbelastung in den Fließgewässern der Lausitz zu entschärfen, will Vattenfall dem Bergbausanierer LMBV nun helfen, das Grubenwasser zu reinigen. "Der Vorschlag wäre ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die braune Spree", sagte LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber. Der Bergbausanierer wolle deshalb den Vorschlag prüfen.

Steinhuber verwies darauf, dass die LMBV rund neun Millionen Euro für kurzfristige Lösungen und Maßnahmen gegen die zunehmende Verockerung der Spree vorsieht. Darunter seien die Ertüchtigung alter Grubenwasserreinigungsanlagen, die Errichtung von Abfangriegeln mit Brunnen sowie ein Feldversuch bei der Untergrundwasserbehandlung als Pilotprojekt.