Lausitz

Vattenfall verkauft Braunkohlesparte an Tschechen

Die Braunkohlesparte von Vattenfall ist ganz offiziell an den tschechischen Energiekonzern EPH verkauft worden. Im zweitgrößten Braunkohlerevier Deutschlands arbeiten rund 8.000 Menschen.

KohlebergwerkMit dem Verkauf seiner Braunkohlesparte will Energiekonzern Vattenfall den Übergang zu einem umweltfreundlicherem Unternehmen vollziehen.© psychoschlumpf / Fotolia.com

Berlin/Cottbus - Der Verkauf der ostdeutschen Vattenfall-Braunkohlesparte ist vollzogen. Neue Eigentümer seien nun offiziell der tschechische Energiekonzern EPH und dessen Finanzpartner PPF Investments, teilte Vattenfall am Freitag mit. "Es war ein langer Verkaufsprozess und es fühlt sich gut an, dass der Verkauf jetzt zum definitiven Abschluss gekommen ist", sagte Vorstandsvorsitzender Magnus Hall. Für Vattenfall bedeute das den Übergang zu einem Unternehmen, das auf CO2-armen Energien und nachhaltigen Lösungen basiere.

Wie wird die künftige Zusammenarbeit der EPH-Gruppe mit dem Land aussehen?

"Jetzt setzen wir auf eine verlässliche Zusammenarbeit mit der EPH-Gruppe", erklärte Brandenburgs Wirtschafts- und Energieminister Albrecht Gerber (SPD). Ein gutes Signal sei, dass der bisherige Vorstandsvorsitzende Hartmuth Zeiß dem Unternehmen künftig als Aufsichtsratsmitglied erhalten bleiben solle.

"Wir erwarten, dass sich EPH an die hohen Standards hält, die Vattenfall in der Kommunikation mit den Bürgern in der Region, mit den Mitarbeitern und in der Zusammenarbeit mit den beiden Landesregierungen in Sachsen und Brandenburg gesetzt hat", erklärte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Zudem erwarte Sachsen, dass sich der neue Eigentümer möglichst bald dazu äußere, ob er die Abbauoptionen für die Tagebaugebiete Nochten II, Welzow II sowie Jänschwalde-Nord nutzen werde.

Kritik an dem Verkauf der Braunkohlesparte

Die Sprecherin für Klimapolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, Annalena Baerbock, kritisierte den Verkauf als vertane Chance, den Strukturwandel in der Lausitz zu gestalten. Auch die wirtschaftspolitische Sprecherin der bündnisgrünen Fraktion im Brandenburger Landtag, Heide Schinowsky, bedauerte den Rückzug.

Rund 8.000 Menschen arbeiten im Braunkohlerevier

Vattenfall betreibt vier Gruben und mehrere Kohle-Kraftwerke in Brandenburg und Sachsen. Die Lausitz ist das zweitgrößte Braunkohlerevier Deutschlands. Rund 8.000 Menschen arbeiten in der Branche. Hinzu kommen weitere indirekte Arbeitsplätze etwa bei Zulieferern. Der EPH-Gruppe gehört in Deutschland bereits das Bergbauunternehmen Mibrag mit Sitz in Zeitz (Sachsen-Anhalt).

Erst vor einer Woche hatten die EU-Kartellbehörden grünes Licht für die Übergabe gegeben. Die schwedische Regierung hatte dem Verkauf des Braunkohlegeschäfts des Staatskonzerns bereits im Juli zugestimmt.

Quelle: DPA