Krümmel-Blockade angedroht

Vattenfall stimmt Mitarbeitergespräch mit Atomaufsicht zu

Gabriel hat Vattenfall mit einer Krümmel-Blockade gedroht. Die Bundesaufsicht könne die schleswig-holsteinische Atomaufsicht anweisen, einem Wiederanfahren nicht zuzustimmen. Unterdessen stimmte Vattenfall einer Befragung der bei der Panne verantwortlichen Mitarbeiter zu und kündigte einen Zwischenbericht zu den Vorfällen an.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Am kommenden Montag werde es ein Gespräch der Atomaufsicht mit den Schichtführern geben, kündigte Umweltminister Gabriel an. Auch ein Experte für Reaktorsicherheit des Bundesumweltministeriums sei beteiligt. Man habe Vattenfall überzeugen können, dass dieses Gespräch zur Sachverhaltsaufklärung notwendig sei. Es müsse "sehr präzise" geklärt werden, warum nach dem Transformatorbrand die vorgesehenen Sicherheitsbestimmungen nicht exakt befolgt worden seien und welche Rolle dabei das Verhalten "entscheidender Mitarbeiter" gespielt habe.

Gabriel zeigte sich überzeugt, dass die schleswig-holsteinische Atomaufsicht von sich aus Sorge tragen werde, dass vor Klärung aller Fragen ein Wiederanfahren nicht möglich sei. Gegebenenfall werde der Bund dies mit einer atomrechtlichen Weisung "selbstverständlich" verhindern. In diesem Fall trage der Bund auch das Prozessrisiko, falls Vattenfall Schadenersatz gelten mache. Gabriel unterstrich aber: "Im jetzigen Stadium auf die Idee zu kommen, den Reaktor wiederanzufahren, das würde sich selbst Vattenfall nicht zutrauen."

Zwischenbericht zu Vorfällen in Krümmel

Vattenfall will morgen einen Zwischenbericht zu den Krümmel-Pannen vorlegen. Darin seien auch Befragungen des Reaktorfahrers und des Schichtleiters enthalten, sagte Vattenfall-Sprecher Ivo Banek heute in Hamburg auf ddp-Anfrage. Er wies zugleich Kritik von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) zurück, der Konzern täte gut daran, kooperativer zu sein. "Wir arbeiten ohne Abstriche mit der Aufsichtsbehörde zusammen", sagte Banek. Er sehe derzeit keine Grundlage für den Vorwurf mangelnder Kooperation.

Das AKW Brunsbüttel wird möglicherweise noch am Donnerstagabend zwischenzeitlich "weitgehend heruntergefahren", wie Banek sagte. Hintergrund sind am Montag bekannt gewordene Probleme an der Messleitung zur Überwachung des Reaktorfüllstands. Offenbar durch einen Eintritt von Wasserstoff war ein Abfall der Temperatur in der Messanordnung ausgelöst worden. Banek ging davon aus, dass der Atommeiler nach dem notwendigen Spülvorgang am Freitagmorgen wieder mit voller Stärke laufen wird.

Das AKW Brunsbüttel wird möglicherweise noch heute Abend zwischenzeitlich "weitgehend heruntergefahren", wie Banek sagte. Hintergrund sind am Montag bekannt gewordene Probleme an der Messleitung zur Überwachung des Reaktorfüllstands. Offenbar durch einen Eintritt von Wasserstoff war ein Abfall der Temperatur in der Messanordnung ausgelöst worden. Banek ging davon aus, dass der Atommeiler nach dem notwendigen Spülvorgang am Freitagmorgen wieder mit voller Stärke laufen wird.