Dank hoher Strompreise

Vattenfall steigert 2007 Ergebnis und Umsatz (Upd.)

Der drittgrößte deutsche Energiekonzern Vattenfall Europe hat trotz der Vorfälle in den Kernkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel im vergangenen Jahr Ergebnis und Umsatz gesteigert. Auch die gesamte Vattenfall-Gruppe mit Sitz in Stockholm konnte im vergangenen Jahr ihr Ergebnis steigern.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Stockholm (ddp/sm) - Ohne konzerninterne Handelsgeschäfte stieg der Nettoumsatz des deutschen Teils des schwedischen Vattenfall-Konzerns dank der Strompreissteigerungen um elf Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis in Deutschland wuchs von 1,5 Milliarden Euro auf 1,6 Milliarden Euro. Damit ist die deutsche Tochter des schwedischen Mutterkonzerns Vattenfall die wichtigste Landesgesellschaft und trug mehr als die Hälfte zu Umsatz und Ergebnis bei.

AKW-Stilstände kosten über 200 Millionen Euro

Die Stillstände der beiden norddeutschen Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel, wegen denen des Krisenmanagement des Unternehmens stark in die Kritik geraten war, haben Vattenfall bisher 201 Millionen Euro gekostet. Zusätzlich hätten sich auf das Jahresergebnis die im Netzbereich ganzjährig wirkenden Kürzungen der Netznutzungsentgelte durch die Bundesnetzagentur sowie die Mehrkosten aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ausgewirkt. Vattenfall zufolge glich die Witterung im vierten Quartal die witterungsbedingten Einbußen aus dem ersten Quartal des Jahres weitgehend aus. Deutlich positiv wirkten sich die gestiegenen Strompreise aus.

Genaue Zahlen zu den Kosten teilte der Konzern nicht mit. Zu den Kundenverlusten im vergangenen Jahr wurde bekanntgegeben, dass Vattenfall nach den Preiserhöhungen im zweiten Halbjahr rund 250.000 Kunden verloren hat. Vattenfall wolle künftig eine deutlich stärkere Kundenorientierung anstreben, betonte der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka. Er leitet seit Anfang Januar den Konzern. Der Start der Pilotanlage für ein CO2-armes Kraftwerk im Sommer sei hierfür ein wichtiger Meilenstein.

Der Finanzvorstand des Mutterkonzerns, Jan Erik Back, warnte unterdessen vor den steigenden Kosten des Emissionshandels. Die Unterausstattung von Vattenfall Europe mit CO2-Zertifikaten und der dadurch nötige Zukauf von Zertifikaten werde das Unternehmen in der Handelsperiode in den kommenden vier Jahren mit jährlich 400 bis 500 Millionen Euro nach Steuern belasten. Weitere Risiken und Unwägbarkeiten werde Vattenfall bei der Zukunftsstrategie und den Investitionsprogrammen berücksichtigen.

Für dieses Jahr plant Vattenfall nach eigenen Angaben, das Vattenfall-Europe-Geschäft mit dem der polnischen Vattenfall-Tochter zusammenzuführen. Zudem werde abgewartet, wie der im Januar gestartete bundesweite Stromvertrieb bei den Kunden ankomme.

Besseres Ergebnis auch bei Mutterkonzern

Das Nettoergebnis der gesamten Vattenfall-Gruppe erhöhte sich im Vergleich zu 2006 um 4,2 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis der Vattenfall-Gruppe verbesserte sich um 2,7 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro. Der Nettoumsatz stieg um 5,8 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro.