Zwei Politikerinnen

Vattenfall soll Dossier über Atomkraftgegner angelegt haben

Eine Mitarbeiterin des Energiekonzerns Vattenfall soll geheime Akten über Atomkraftgegner angelegt haben. Das berichtete der Radiosender NDR 90,3 unter Berufung auf eine Vattenfall-Sprecherin. Die Daten seien offenbar gesammelt worden, kurz bevor der Konzern im Sommer zu Diskussionen über das Atomkraftwerk Krümmel lud.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp-nrd/red) - Dem Bericht zufolge handelt es sich lediglich um eine Seite. Diese sei gelocht und offenbar abgeheftet gewesen. Darauf zu sehen seien die Fotos zweier Politikerinnen, die sich gegen Atomkraft einsetzten. Der Konzern bedaure den Vorfall und distanziere sich von den Handlungen der Mitarbeiterin, die inzwischen zwar nicht mehr im Unternehmen, aber als externe Kraft tätig sei.

Auf der Seite sollen eine Lüneburger SPD-Kreistagsabgeordnete sowie Bettina Boll von den Grünen abgebildet sein. Zu Boll sei der Kommentar zu lesen "Vorsicht bei Bettina Boll" sowie die wörtliche Einschätzung: "Argumentiert rein emotional, ausschweifende Wortbeiträge, muss nach 1-2 Minuten ermahnt werden." Sogar die Vorformulierung der Ermahnung sei darauf abgedruckt.