Erste Entscheidungen angekommen

Vattenfall: Regulierer erkennt wesentliche Netzkosten nicht an

Die Bundesnetzagentur macht tatsächlich ernst und kürzt die Netznutzungsentgelte radikal. Als erster Netzbetreiber teilte Vattenfall gestern abend mit, dass die Regulierungsbehörde "wesentliche Netzkosten" nicht anerkannt habe. Vattenfall erwartet daraus Verluste in Höhe von 115 Millionen Euro.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - In ihren ersten Kostenentscheidungen auf dem deutschen Strommarkt hat die Bundesnetzagentur offenbar deutliche Absenkungen der Durchleitungsgebühren verlangt. Als erstes der vier großen Stromunternehmen gab Vattenfall Europe gestern in Berlin bekannt, dass die Bonner Behörde wesentliche Netzkosten nicht anerkannt habe.

Die Entscheidung der Netzagentur bedeuteten nach Angaben von Vattenfall eine Ertragsreduzierung von rund 115 Millionen Euro im Jahr. Sollte die Behörde auch künftig bei ihrer Einschätzung bleiben, sei auch in den kommenden Jahren mit einem Gewinneinbruch in ähnlicher Größenordnung zu rechnen. Die Bundesnetzagentur will ihre Entscheidungen heute auf einer Pressekonferenz in Bonn bekannt geben und erläutern. Vattenfall will um 13 Uhr in Berlin dazu Stellung nehmen.

Nach Angaben von Vattenfall Europe betrug das Betriebsergebnis des Segments "Transmission" im vergangenen Jahr rund 78 Millionen Euro, was einem Anteil von sieben Prozent am gesamten operativen Gewinns des Konzerns entsprach. Durch die Entscheidung der Netzagentur werde die Tochter Vattenfall Europe Transmission voraussichtlich schon in diesem Jahr einen Verlust verbuchen.