Kraftwerk Moorburg

Vattenfall prüft Schadenersatzforderung an Hamburg

Hamburg muss sich bei einem Baustopp für das umstrittene Kohlegroßkraftwerk Moorburg möglicherweise auf eine Klage des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall einstellen. Wie der "Focus" berichtet, prüft der Energieerzeuger in solch einem Fall Schadenersatzforderungen gegen die Hansestadt.

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München (ddp-nrd/sm) - Vattenfall habe bereits mehr als 120 Millionen Euro in das geplante Kraftwerk investiert, schrieb das Magazin. Allein 40 Millionen Euro habe der Konzern für die Sanierung der Fläche ausgegeben, auf der das Steinkohlekraftwerk gebaut werden solle. Etwa 80 bis 100 Millionen Euro veranschlage Vattenfall zudem für einen verbindlichen Auftrag über zwei große Turbinen.

Das Kraftwerksprojekt gehört zu den besonders strittigen Punkten in den am Montag in Hamburg beginnenden Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und Grünen. Die Grün-Alternative Liste (GAL) lehnt den Bau kategorisch ab mit der Begründung, das Kraftwerk erhöhe den Kohlendioxidausstoß in der Stadt um 40 Prozent. Nach Angaben von GAL-Landeschefin Anja Hajduk hat CDU-Bürgermeister Ole von Beust in den Sondierungsgesprächen signalisiert, die CDU sei zum Nachdenken über eine "vollständige Alternative" für Moorburg bereit. Zuvor war es in der Hamburgischen Bürgerschaft zu heftigen Disputen gekommen, weil die CDU sich geweigert hatte, dem Parlament die Verträge mit Vattenfall offenzulegen.