Unterlagen eingereicht

Vattenfall präzisiert Pläne für Tagebau Jänschwalde-Nord

Vattenfall treibt die Planungen zum umstrittenen Aufschluss neuer Tagebaue in der Lausitz voran. Der Energiekonzern reichte am Dienstag bei der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin/Brandenburg die Unterlagen für ein Braunkohlenplanverfahren für den geplanten Tagebau Jänschwalde-Nord ein.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Cottbus (ddp-lbg/sm) - Das Planverfahren für Jänschwalde-Nord werde voraussichtlich fünf bis sieben Jahre dauern, erläuterte Ministeriumssprecher Lothar Wiegand. Es sehe "umfangreiche Beteiligungsmöglichkeiten" für die Öffentlichkeit sowie Umweltverträglichkeitsprüfungen vor. Auch der Braunkohlenausschuss des Landes werde einbezogen.

Am Ende werde der Braunkohlenplan vom Kabinett beschlossen. Er enthalte nach dem Gesetz unter anderem die Abbaugrenzen, notwendige Umsiedlungen und Flächen für die Wiederansiedlung sowie Räume für Verkehrswege und Leitungen. Erst in einem zweiten Verfahren am Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe gehe es um die Genehmigung des Abbaus.

900 Bewohner von Umsiedlungen betroffen

Nach präzisierten Planungen soll der Tagebau Jänschwalde-Nord im Jahr 2030 den Ort Kerkwitz, um 2035 Atterwasch und um 2041 Grabko erreichen, wie ein Sprecher von Vattenfall Europe Mining and Generation sagte. Im Abbaugebiet lägen zudem Teile der Bundesstraße 97, der Bahnstrecke Cottbus-Guben sowie geschützte Naturräume.

Insgesamt werde das Feld 3165 Hektar groß sein. Rund 900 Bewohner müssten umgesiedelt werden. In dem neuen Tagebau könnten rund 250 Millionen Tonnen Rohbraunkohle gewonnen werden. Die Förderung solle Mitte der 2020er Jahre beginnen und rund 20 Jahren dauern.

Vattenfall hatte im vergangenen Jahr ein Konzept zur Erschließung neuer Tagebaue vorgestellt, um die Lausitzer Kraftwerke über 2050 hinaus mit Kohle zu versorgen. Für den neuen Tagebau Jänschwalde-Nord müssten drei Dörfer mit zusammen rund 900 Bewohnern umgesiedelt werden. Nach 2035 könnten mit Bagenz-Ost und Spremberg-Ost zwei weitere Braunkohlenfelder hinzukommen. Gegen die Pläne läuft derzeit ein Volksbegehren.