In Brandenburg

Vattenfall plant CO2-armes Demonstrationskraftwerk

Der Energiekonzern Vattenfall plant den Bau einer Demonstrationsanlage für eine "annähernd CO2-emissionslose Kohleverstromung". Die Investitionskosten werden auf möglicherweise eine Milliarde Euro geschätzt.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - An einem Kraftwerksblock im brandenburgischen Jänschwalde bei Cottbus sollen bis spätestens 2015 zwei Technologien zur Kohlendioxid-Abscheidung zum Einsatz kommen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Bereits im Sommer will Vattenfall eine rund 70 Millionen Euro teure Pilotanlage für ein Braunkohlekraftwerk mit CO2-Abscheidung am Standort Schwarze Pumpe in der Lausitz in Betrieb nehmen. Mit dem Demonstrationskraftwerk gehe das Unternehmen den nächsten Schritt auf dem Weg zur Serienreife dieser Technologie, die bei "konsequenter Entwicklung" ab 2020 verfügbar sein könnte, sagte der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka.

Für die Demonstrationsanlage in Jänschwalde soll nach jetzigem Planungsstand einer der sechs 500-Megawatt-Kraftwerksblöcke umgerüstet werden. Dieser Innovation komme internationale Bedeutung zu, da die Kohleverstromung angesichts des Klimawandels perspektivisch weitgehend ohne den Ausstoß von Kohlendioxid erfolgen müsse.

Die Grünen hatten dagegen am Mittwoch erneut einen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung gefordert. "Braunkohle-Verstromung und Klimaschutz schließen einander aus", sagte die brandenburgische Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm bei der Vorstellung einer Studie zum Braunkohleausstieg in Ostdeutschland. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass erneuerbare Energien in wenigen Jahren in den neuen Bundesländern die Stromversorgung sichern könnten.