Veröffentlichung von Daten

Vattenfall kündigt mehr Transparenz bei Stromgroßhandel an

Vattenfall will ab April an jedem Handelstag vor Börsenbeginn eine Reihe wichtiger Daten auf seiner Internetseite veröffentlichen und damit die Transparenz erhöhen. So sollen die Handelsteilnehmer u.a. Informationen zur installierten Nettoleistung und zu Kraftwerksstillstände erhalten.

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Düsseldorf (ddp.djn/sm) - Deutschlands drittgrößter Stromkonzern Vattenfall Europe will die Preisgestaltung im Stromgroßhandel stärker offen legen und damit auf die massive Kritik an den Preiserhöhungen reagieren. "Wir wollen Transparenz durch mehr Information erreichen", sagte Vorstandsvorsitzender Klaus Rauscher dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe).

Er kündigte an, das Unternehmen werde "ab Anfang April auf seiner Internet-Seite an jedem Handelstag vor Börsenbeginn eine Reihe wichtiger Daten veröffentlichen". Dazu zählen den Angaben zufolge die aktuell installierte Nettoleistung der Kraftwerke, außerdem die maximal verfügbare Nettoleistung für jeden Tag des laufenden und des folgenden Jahres sowie die tatsächliche Nettoproduktion des Vortages. "Hinzu kommen Informationen über außerplanmäßige Ereignisse, also etwa Kraftwerksstillstände. Wir werden über die voraussichtliche Dauer eines Stillstandes informieren", sagte er der Zeitung weiter.

Vattenfall will dem Bericht zufolge damit auf Vorwürfe reagieren, die Preise an der Leipziger Strombörse EEX künstlich hoch zu halten. Die Industriekunden der Stromkonzerne schließen zwar meist direkt Verträge mit den Stromerzeugern, die Preise, die an der EEX notiert werden, gelten jedoch als Referenzwert für den Markt. "Dem Vorwurf der Stromverbraucher, an der Leipziger Strombörse würde manipuliert, kann man nur durch mehr Transparenz entgegnen. Ich bin allerdings überzeugt, dass der Markt auch heute schon funktioniert", sagte Rauscher.