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Vattenfall: Genehmigung für Boxberger Kraftwerksblock

Wie das Unternehmen bekannt gab, hat Vattenfall Europe Mining & Generation hat am Mittwoch die Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb eines weiteren Kraftwerksblockes am Standort Boxberg in der sächsischen Lausitz erhalten. Die sächsischen Grünen plädieren dagegen für das Ende der Braunkohleverstromung.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Cottbus/Dresden (red) - Rund acht Monate hatte das Genehmigungsverfahren unter Einbeziehung der Öffentlichkeit vom Einreichen des Antrags bis zur Genehmigungserteilung gedauert. Im Verlauf des Verfahrens sind nach Vattenfall-Angaben zahlreiche Umweltuntersuchungen erfolgt, darunter eine Kartierung von Flächennutzung und Biotopen im Umkreis. Unabhängige Experten hätten bereits bestehende Einwirkungen von Schall und Schadstoffen auf die Umgebung gemessen, zu erwartende Änderungen prognostiziert und dem Vorhaben die Umweltverträglichkeit bescheinigt.

Die Grundsteinlegung für den neuen Kraftwerksblock in Boxberg ist für Frühling kommenden Jahres geplant. Nach gut dreijähriger Bauzeit soll die Anlage Anfang 2011 den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Der neue Kraftwerksblock soll als modernste Anlage ihrer Art mit hohem Wirkungsgrad sowohl den Brennstoffeinsatz als auch die Emission von Kohlendioxid auf das derzeit großtechnisch erreichbare Minimum in der Braunkohlenverstromung reduzieren, so das Unternehmen.

Die Grünen fordern für Sachsen langfristig das Ende der Braunkohleverstromung. Es sei das falsche Zeichen, dass der Energiekonzern Vattenfall in Boxberg in der Lausitz am Mittwoch die Genehmigung für den Bau eines weiteren Kraftwerkblocks überreicht bekommen habe. Mit einem solchen Bau schaffe die Staatsregierung "für Jahrzehnte neue Fakten", kritisierte der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Landtag, Johannes Lichdi, am Mittwoch in Dresden. Vielmehr müsse es das Ziel sein, vermehrt in regenerative Energien und Energiesparen zu investieren.

Die Branche der regenerativen Energien sichere schon heute 5200 Jobs in Sachsen, bis 2020 könnten es 25 000 sein. Hingegen arbeiteten im sächsischen Braunkohlebergbau nur 2900 Frauen und Männer.

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