Abkommen unterzeichnet

Vattenfall führt offenbar Gesprächen zu Stromnetz-Verkauf

Vattenfall führt offenbar Gespräche über den Verkauf seines deutschen Höchstspannungsstromnetzes. "Es wurde ein exklusives Abkommen mit einem Konsortium unterzeichnet, das Goldman Sachs, Allianz und Deutsche Bank umfasst", sagte ein Insider am Montag der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp-bln/red) - Ein Abschluss der Transaktion in den kommenden Wochen sei allerdings unwahrscheinlich, da weitere Prüfungen einige Zeit in Anspruch nähmen, berichtet die Agentur unter Berufung auf Beteiligte.

Die Gespräche mit dem belgischen Interessenten Elia System Operator, der sich mit einem nicht bekannten Infrastrukturfonds zusammengetan hatte, liegen den Informationen zufolge derzeit auf Eis. Vattenfall Europe war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Lars Josefsson, Konzernchef der schwedischen Vattenfall-Muttergesellschaft, hatte im Juni in einem Interview mit Dow Jones Newswires gesagt, ein Verkauf könne im dritten Quartal besiegelt und bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Die mit der Angelegenheit vertrauten Personen schätzen diesen Zeitrahmen als realistisch ein.

Der Verkauf des rund 9500 Kilometer langen Stromnetzes, das sich vor allem in Ostdeutschland befindet, ist seit seiner Bekanntgabe vor einem Jahr mit Problemen behaftet. Zuerst hatte die Finanzkrise den Verkaufspreis belastet und die Zahl der Bieter minimiert. Dann kamen in der zweiten Runde des Bieterverfahrens verspätete Angebote hinzu, wodurch die Entscheidung der Netzregulierung aufgeschoben wurde. Hintergrund des Verkaufs ist die Debatte über die Entflechtung der Höchstspannungsnetze von den Stromerzeugern.