Besonnenheit gefordert

Vattenfall Europe erwartet negatives Ergebnis für 2003

Der Energiekonzern Vattenfall Europe erwartet für 2003 rote Zahlen - zumindest wenn die deutschen Bilanzierungsregeln nach HGB angewandt werden. Daher forderte Konzernchef Rauscher die Gewerkschaften angesichts der laufenden Urabstimmung und eines drohenden Streikes in der ostdeutschen Elektrizitätswirtschaft zu besonnenem Vorgehen auf.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Angesichts der laufenden Urabstimmung und eines drohenden Streikes in der ostdeutschen Elektrizitätswirtschaft ruft der Vorstand der Vattenfall Europe AG die Gewerkschaften zu besonnenem Vorgehen auf. "Die Gewerkschaften sollten in der Tarifrunde die wirtschaftliche Situation des Unternehmens nicht überstrapazieren", warnt Dr. Klaus Rauscher, Vorstandsvorsitzender von Vattenfall Europe, mit Verweis auf die vorläufigen Unternehmenszahlen für 2003, die dem Vorstand jetzt vorliegen.

Danach sind der Einzelabschluss der Holding und der Konzernabschluss durch erhebliche Restrukturierungskosten geprägt. Unter dem Strich führe dies dazu, dass das Ergebnis im Einzelabschluss wie im Konzernabschluss für 2003 wohl negativ ausfällt, teilte Rauscher mit. Er wolle dennoch Dividendenkontinuität gewähren.

Legt man anstelle der deutschen die schwedischen Bilanzierungsregeln zu Grunde, wird das Geschäft der europäischen Vattenfall-Gruppe über den Erwartungen von 570 Mio Euro liegen. Grund: Nach deutschem HGB sind höhere Restrukturierungsaufwendungen für Personalmaßnahmen und Integrationsprojekte, höhere Abschreibungen und Bewertungsdifferenzen von assoziierten Unternehmen zu verbuchen gewesen. Die endgültigen Ergebniszahlen nach HGB wird Vattenfall Europe auf der Bilanz-Pressekonferenz am 12. Mai 2004 veröffentlichen.

"Ich habe die Gewerkschaften immer als Partner beim Aufbau unseres neuen Konzerns geschätzt. In Anbetracht der negativen Ergebnissituation unseres Unternehmens nach HGB und der Bedrohung der Braunkohle-Arbeitsplätze durch die rot-grüne Energiepolitik hoffe ich, dass sie sich auch weiterhin ihrer Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und dem Unternehmen stellen", untermauerte Rauscher seine Forderung nach Besonnenheit.