Kompromisse angemahnt

Vattenfall dementiert Gefährdung des Kraftwerk-Baus in der Lausitz

Der Bau des Kraftwerks Boxberg stünde nicht in Frage, stellte ein Vattenfall-Sprecher klar. Für die Zukunft der Braunkohle-Industrie müsse allerdings ein "Kompromiss mit Augenmaß" gefunden werden, so der sächsische Wirtschaftsminister Jurk.

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Dresden (ddp/sm) - Das Energieunternehmen Vattenfall hat Berichte über einen angeblichen Ausbaustopp seines Kraftwerks Boxberg zurückgewiesen. "Der Bau steht nicht in Frage", sagte ein Unternehmenssprecher der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung" (Samstagausgabe). Hintergrund der Spekulation sind neue Emissionshandelspläne der Bundesregierung. Diese Pläne stellten jedoch "die Versorgungssicherheit in Deutschland" generell in Frage, so der Unternehmenssprecher.

Denn wenn im kommenden Jahrzehnt in der Braunkohle-Industrie ein Neubau oder eine Überholung fast aller bestehenden Anlagen anstünden, laufe zeitgleich die Versorgung mit Atomstrom und deutscher Steinkohle aus. Sollte dann zudem die Braunkohle-Verstromung unrentabel werden, fiele ein Großteil der Energieversorgung im Lande aus.

Auch der sächsische Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) verlangt deshalb einen "Kompromiss mit Augenmaß" zwischen Klimaschutz und Sicherheit für die deutschen Braunkohle-Standorte. "Es müssen Lösungen gefunden werden, die sowohl der Braunkohle als wichtiger Säule in der Energieversorgung und als Arbeitsplatzfaktor in Sachsen weiterhin gerecht wird, als auch dem Klimaschutz", so Jurk.