EU-Forderung

Vattenfall-Chef zur Abgabe der Netze bereit

Vattenfall zeigt Kompromissbereitschaft zu den EU-Plänen der Trennung von Stromnetz und Produktion. "Wir stehen keiner Lösung im Weg", sagte Lars Göran Josefsson, Konzernchef des schwedischen Energiekonzerns, dem Handelsblatt. Zudem kritisiert er im Interview die Arbeit der Atomlobby.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) – Mit einem Gesetzespaket will wie Europäische Kommission unter anderem den großen Energiekonzerne die Kontrolle über ihre Netze entziehen. Während E.ON und RWE dies ablehnen, scheint Vattenfall-Chef Josefsson kompromissbereiter. Der Konzern sei bereit, die "Transportnetze in einen regionalen Übertragungsnetzbetreiber einzubringen, der als unabhängiges Unternehmen das Netz managt und vor allem Investionsentscheidungen mit Blick auf einen grenzüberschreitenden Markt trifft", sagte er im Interview mit dem Handelsblatt. Die Möglichkeit des Ownership Unbundlings halte er zwar "nicht praktikabel". Wichtig sei, so Josefsson, die Stromnetze über die Landesgrenzen zu verbinden.

Unzufrieden sei der Vattenfall-Chef mit der Atomlobbyarbeit. Kein anderes Land Europas stehe der Atomkraft so skeptisch gegenüber wie Deutschland, darum frage er sich, "was das Deutsche Atomforum in den letzten 30 Jahren eigentlich gemacht hat", so Josefsson. Doch gerade Vattenfall hat mit den Zwischenfällen in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel zur Kritik an der Atomkraft beigetragen. Bei den Vorfällen habe sich das Unternehmen vom Atomforum, einem Zusammenschluss deutscher AKW-Betreiber, im Stich gelassen gefühlt, so das Handelsblatt.

Weiterführende Links
  • Zum Interview des Handelsblattes