Wettbewerb

Vattenfall-Chef weist Vorwürfe zu Preisabsprachen zurück

Der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe, Klaus Rauscher, hat sich gegen Vorwürfe zur Wehr gesetzt, die deutschen Stromkonzerne würden Preisabsprachen treffen und den Wettbewerb behindern. Auch sprach er sich gegen eine Preisregulierung aus, die Preise hätten sich nach Angebot und Nachfrage zu regeln.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Köln (ddp/sm) - "Ich kann für mein Unternehmen definitiv sagen: Wir treffen keine Kartellabsprachen. Natürlich reden wir miteinander, auch über Energiepolitik", sagte Rauscher am Sonntag im Deutschlandfunk. Und das sei legitim. Dafür gebe es Verbände, wo man sich regelmäßig treffe. "Das lasse ich mir nicht kaputtmachen, wiewohl die Brüsseler Kartellbehörde bereits darin Verdachtsmomente sieht, wenn wir über gemeinsame Brancheninteressen reden", sagte er.

Die Absicht von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), mit Blick auf die deutschen Stromkonzerne das Wettbewerbsrecht zu ändern, laufe auf eine Preisregulierung hinaus, sagte Rauscher. Als Markt-Missbrauch solle bereits gelten, wenn die Preise deutlich höher lägen, als die Kosten. Mit marktwirtschaftlichen Regularien habe dies wenig zu tun. Die Preise bildeten sich am Strommarkt nach Angebot und Nachfrage und nicht an Kosten. Der eigentliche Preistreiber sei der Staat, sagte der Vattenfall-Chef.

Von Politikern werde immer wieder der Verdacht in die Welt gesetzt, die Stromkonzerne verhielten sich kartellrechtswidrig. Das geschehe nun schon seit Monaten, ohne dass nur ein einziger Beweis auf den Tisch gelegt worden sei. Die Drohung, die deutschen Stromkonzerne zu zerschlagen oder das Netz zwangsweise zu enteignen, nannte Rauscher populistisch.

Im übrigen müsse der Wettbewerb europaweit organisiert werden, mit grenzüberschreitenden Regelungen und notfalls durch eine europäische Regulierungsbehörde.