Sinnlose Streiks

Vattenfall-Chef macht Investitionen und Versorgungssicherheit von Sozialreformen abhängig

Der "immense Investitionsaufwand" beim Bau neuer Kraftwerke könne Versorger bei Rezessionen in eine bedrohliche Lagen bringen, sagte der Chef des schwedischen Stromkonzerns Lars G. Josefsson in der "ZEIT" (Ausgabe von morgen). Es liege daher "im vitalen Interesse" von Vattenfall, dass "gesellschaftliche und wirtschaftliche Stabilität" herrsche.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Lars G. Josefsson, Chef des schwedischen Stromkonzerns Vattenfall, macht künftige Investitionen und die Sicherheit der Energieversorgung für deutsche Verbraucher davon abhängig, wie umfassend und langfristig Deutschland seine Sozialsysteme reformiert. Der "immense Investitionsaufwand" beim Bau neuer Kraftwerke könne Versorger bei Rezessionen in eine bedrohliche Lagen bringen, sagte Josefsson in der "ZEIT" (Ausgabe von morgen). Es liege daher "im vitalen Interesse" von Vattenfall, dass "gesellschaftliche und wirtschaftliche Stabilität" herrsche. Sonst würden Investitionen aufgeschoben.

"Bis 2020 muss jedes dritte Kraftwerk ersetzt werden", sagt Josefsson. Allerdings gilt das für Vattenfall, das über die effizientesten Braunkohlenkraftwerke des Landes verfügt, weniger als für die Konkurrenten RWE, E.ON und EnBW. Die Schweden sind mit ihren Beteiligungen an HEW, Bewag, Veag und Laubag der drittgrößte Stromversorger im Land und erwirtschaften hier mehr als die Hälfte ihres Umsatzes von knapp elf Milliarden Euro.

Josefsson kritisierte weiter, dass ihm das Krisenbewusstsein in Deutschland immer noch mangelhaft erscheine. "Alle Lager kochen ihr eigenes Süppchen, sinnlose Streiks werden als Machtprobe vom Zaun gebrochen, nach wie vor fehlt die Einsicht in den wirklichen Reformbedarf."

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