Untersuchung

Variable Stromtarife lohnen sich finanziell noch nicht

Seit Beginn des Jahres müssen Stromanbieter auch variable Tarife im Programm haben, die die Zeit des Verbrauchs berücksichtigen. Eine Untersuchung von Verivox zeigt, dass die bisher angebotenen Tarife noch nicht wettbewerbsfähig sind. Das Verbrauchsverhalten muss stark umgestellt werden, um zu sparen.

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Heidelberg (red) - Das Verbraucherportal Verivox hat variable Stromtarife der 100 größten Grundversorger untersucht. Der Vergleich mit normalen Tarifen zeigt, dass die zeitvariablen Angebote der Energieversorger von den Verbrauchern viel Aufmerksamkeit verlangen und ihr Einsparpotenzial nur gering ist.

Verbraucher zahlt meist den neuen Zähler

96 der 100 größten Grundversorger haben haben mindestens einen zeitvariablen Tarif im Programm. Wann wie viel verbraucht wurde, wird mit Hilfe eines intelligenten Stromzählers gemessen. So sollen Kunden die Möglichkeit erhalten, ihren Stromverbrauch effizienter zu steuern und von Zeitzonen mit günstigeren Preisen zu profitieren. Dabei gehört jedoch bei nur rund einem Drittel der Versorger auch ein intelligenter Stromzähler dazu. Die anderen Angebote setzten einen herkömmlichen Zwei-Tarif-Zähler voraus. In beiden Fällen gilt, dass der Einbau eines neuen Zählers notwendig ist, was in der Regel vom Verbraucher bezahlt werden muss. Je nach Versorger und Angebot liegen diese einmaligen Kosten zwischen 80 und 150 Euro.

Einsparmöglichkeiten nur mit großer Umstellung

Der preisliche Vergleich mit dem Grundversorgungstarif ergibt nur eine geringe Ersparnis von durchschnittlich 18 Euro pro Jahr für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4000 KWh im Jahr. Dabei fallen große Preisunterschiede zwischen den Versorgern auf. Vor allem aber müssten Verbraucher, um eine höhere Ersparnis zu erreichen, ihr Verbrauchsverhalten drastisch ändern. Laut Verivox müssten 10 Prozent des Stromverbrauchs in die günstigeren Zeitzonen verlagert werden, um die jährlichen Stromkosten um durchschnittlich 44 Euro zu reduzieren.

Lieber zu einem regulären günstigeren Tarif wechseln

Problematisch: Gerade die großen Stromfresser wie Kühl- und Gefrierschrank laufen ohnehin ununterbrochen. Klassische Energiesparmaßnahmen und der Wechsel zu einem günstigeren "Normal"-Tarif helfen laut Verivox eher, Stromkosten zu sparen. Durch einen Preisvergleich und dem Wechsel von der Grundversorgung in den günstigsten verfügbaren Tarif (ohne Vorauskasse) könne bei den untersuchten Anbietern eine durchschnittliche Ersparnis von 70 Euro erzielt werden.