Knappheit durch Dürre

USA soll Mais nicht mehr zu Biosprit verarbeiten

Angesichts der schlimmen Dürre in den USA hat die Welternährungsorganisation FAO die US-Regierung aufgefordert, die Produktion von Biosprit aus Mais sofort auszusetzen. Das würde den Markt entlasten, und so könnte mehr Mais zu Lebens- und Futtermitteln verarbeitet werden, schrieb FAO-Generalsekretär José Graziano da Silva in der "Financial Times" vom Freitag.

Biomasse© Swetlana Wall / Fotolia.com

London (afp/red) - Bei der Versorgung mit Lebensmitteln sei die Lage bereits "heikel" - sie könne sich schnell zu einer Krise entwickeln. Die Dürre - nach Angaben der US-Regierung die schlimmste seit Jahrzehnten - hat dem Mais bereits stark zugesetzt. Laut US-Landwirtschaftsministerium sind nur 23 Prozent der Pflanzen noch in gutem oder sehr gutem Zustand. Der Preis für Mais ist seit Anfang Juni um 40 Prozent gestiegen. Die Ernte dürfte dieses Jahr auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren fallen, wie die Regierung am Freitag mitteilte.

Umweltschützer sehen Biosprit kritisch

Biosprit steht bei Umweltschützern seit Jahren in der Kritik. Sie haben Bedenken, die Nutzung von Ackerflächen für den Anbau von Pflanzen für die Spriterzeugung verknappe das Lebensmittelangebot und lasse dadurch die Preise steigen. Zum anderen würden für die Erzeugung von Bioethanol auch Urwälder in anderen Teilen der Erde zerstört.