Hamburg

US-Hedgefonds kauft Windkraftanlagen-Hersteller Senvion

Der indische Suzlon-Konzern konnte vor einigen Jahren erfolgreich den Hamburger Windkraftanlagen-Hersteller Repower in einem harten Kampf aufkaufen. Danach hieß die Firma Senvion und wird nun aber schon nach wenigen Jahren in die Hände eines amerikanischen Hedgefonds übergeben.

Windräder© toddarbini / iStockphoto.com

Hamburg (dpa/red) - Der indische Windenergiekonzern Suzlon verkauft seine deutsche Tochter Senvion an einen US-Investmentfonds und verschafft sich damit Luft im Überlebenskampf. Das Hamburger Unternehmen soll für eine Milliarde Euro noch vor Ende März an den Hedgefonds Centerbridge gehen, wie Suzlon am Donnerstag in Pune mitteilte. Sollten die Geschäfte gut laufen, erhielten die Inder weitere 50 Millionen Euro. Die Behörden müssen dem Verkauf noch zustimmen.

Verlustgeschäft für Suzlon

Damit wechselt Senvion zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre den Besitzer. Suzlon-Chef Tulsi Tanti hatte den Hamburger Hersteller von Windturbinen 2007 nach einem aufsehenerregenden Übernahmekampf gegen die französische Areva-Gruppe für 1,3 Milliarden Euro übernommen und später die verbliebenen Aktionäre herausgekauft. Der Verkauf ist für Suzlon somit ein Verlustgeschäft.

Der indische Konzern steckt seit Jahren in finanziellen Schwierigkeiten. Suzlon ist hoch verschuldet und konnte 2012 eine Anleihe über 209 Millionen US-Dollar nicht zurückzahlen. Seitdem kämpft das Unternehmen ums Überleben. Der Suzlon-Chef kündigte an, das Geld aus dem Senvion-Verkauf für die Schuldentilgung zu verwenden.

Die größten Hersteller von Windkraftanlagen

Suzlon gehört weltweit zu den Top Ten unter den Herstellern von Windkraftanlagen. Ganz vorn liegen Vestas (Dänemark), Enercon (Deutschland), Goldwind (China) und Siemens (Deutschland). Die Firmen sind sämtlich global aufgestellt und verkaufen einen großen Teil ihrer Anlagen im Ausland.

Senvion gehört zu den führenden deutschen Herstellern von Windkraftwerken und bietet sowohl Produkte für die Windenergie an Land (onshore) als auch auf See (offshore) an.

Senvion trotz Umsatzrückgang profitabel

Im Geschäftsjahr 2013/14 (31.3.) erreichte Senvion einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro, das entspricht einem Rückgang von 19 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich jedoch der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 26 Prozent auf 101 Millionen Euro. Das Unternehmen mit rund 3.400 Mitarbeitern ist damit profitabel. Weltweit sind mehr als 5.300 Anlagen von Senvion mit einer Leistung von mehr als zehn Gigawatt installiert. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Senvion einen höheren Umsatz als im vergangenen.

Management soll erhalten bleiben

Der Investor will nach den Worten einer Senvion-Sprecherin den Unternehmenssitz in Hamburg belassen und auch das Management nicht verändern. "Centerbridge ist von der Aufstellung von Senvion überzeugt; das ist eine Wachstumsstory", sagte die Sprecherin. Bei Centerbrigde in New York war zunächst keine Stellungnahme erhältlich. Der Hedgefonds ist auf den Kauf und die Sanierung angeschlagener Unternehmen spezialisiert. Im vergangenen Jahr kauften die US-Amerikaner unter anderem die deutsche Autowerkstatt-Kette ATU.

Quelle: DPA